René Rüegg steht seit Tagen täglich ein paar Stunden im Wald oberhalb von Geltwil und schwingt seine Sense.

Bereits hat er einige Aren indisches Springkraut gemäht und vernichtet. Die Pflanze, die im Volksmund auch «BauernOrchidee» genannt wird, gehört zu den Neophyten, zu jenen gebietsfremden Pflanzen also, die sich oft rasend schnell ausbreiten und die einheimische Flora verdrängen.

Rüegg im Beitrag von «Tele M1»:

Exotische Tier- und Pflanzenarten verdrängen die einheimischen

Exotische Tier- und Pflanzenarten verdrängen die einheimischen. Nun schlägt Pro Natura Aargau Alarm.

  

Pensionierte Schreiner hat von sich aus gehandelt

«Sehen sie hier zum Beispiel», sagt René Rüegg, «da hat dieses bis zu zwei Meter hohe Kraut das Farn verdrängt. Jetzt kann es wieder wachsen.» In einem anderen Wald, im luzernischen Sulz, habe er unter dieser Pflanze auch schon Dutzende von verdorrten Tännchen entdeckt: «Neophyten können in kurzer Zeit einheimische Arten zum Verschwinden bringen und so die Umwelt zu unserem Nachteil verändern», sagt der pensionierte Schreiner aus Meisterschwanden. Da müsse man doch etwas dagegen tun.

Der Beitrag von Tele M1 zu René Rüegg:

Exotische Tier- und Pflanzenarten verdrängen die einheimischen

Ob amerikanischer Sumpfkrebs oder drüsiges Springkraut: Immer mehr eingeschleppte Tiere und Pflanzen bedrohen die Flora und Fauna in der Schweiz. Nun schlägt Pro Natura Aargau Alarm.

Der Neophyten-Jäger handelt aus eigenem Antrieb, informiert aber vor seinen Aktionen in den Wäldern jeweils die zuständigen Behörden und Förster: «Die sind mir dankbar, wenn ich tätig werde, denn insbesondere die Forstbetriebe haben ja für solche Vernichtungsaktionen meist viel zu wenig Ressourcen.»

«Der Kanton müsste da den Lead übernehmen»

«Beim Kaiman im Hallwilersee ist der Kanton sofort zur Stelle, obwohl dieses Tier keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt und von selber verschwindet, wenn es wieder kälter wird. Aber bei den gebietsfremden Pflanzen, den Neophyten, und den gebietsfremden Tieren, den Neozoen, hält er sich vornehm zurück», kritisieren Mattias Betsche, Präsident, und Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.

Sie wünschen sich, dass der Kanton Lead und Koordination übernimmt, wenn es gilt, gefährliche Neophyten – wie das Indische Springkraut – oder Neozoen – wie Wander- und Bisamratte oder invasive Frosch- und Krebsarten – auszurotten.

Im Aargau passiere diesbezüglich viel zu wenig, monieren Betsche und Jenny. Dabei liege in diesem Bereich ein riesiges Problem, das zu lösen für das Überleben der heimischen Flora und Fauna von grösster Bedeutung sei.