Es riecht nach Bärlauch und frischer Erde – das Wetter ist bilderbuchmässig. Ein prächtiger Tag für Waldarbeit. Wie alle zwei Jahre haben sich waldbegeisterte Boswiler beim Forstmagazin eingefunden, um zur Aufforstung des Waldes ihren ganz persönlichen Beitrag zu leisten. Besonders nach den Sturmschäden, die «Burglind» hinterlassen hat, eine wichtige und notwendige Arbeit.

Neue Laubbäume für den Wald

Wie Forstwart und Maschinist Sepp Troxler erklärt, gibt es eine Gruppe, die Schlagräumung macht, das heisst, dass das Restholz, welches für nichts anderes mehr Verwendung findet, in grossen Wällen angehäuft wird. «Unsere Gruppe hier ist für die Neupflanzung verantwortlich, wir pflanzen Bergahorn, Kirsche, Ulmen, Linden und Eichen.

Mira Brügger ist mit ihrem Mann und den beiden Buben Mailo, 5 und Lean, 3, gekommen. Die beiden helfen nach Kräften, die Bäumchen gerade zu halten, während der Papa die Erde andrückt. «Wir verbringen fast jede freie Minute im Wald. Für die Kinder ist es interessant, hier beim Pflanzen der Bäume zuzuschauen, und wir möchten ihnen ein Gefühl für die Natur vermitteln», erklärt die zweifache Mutter.

Tannennadeln gegen Hirsche

Mira Brüggers Aufgabe an diesem sonnigen Nachmittag ist es, die Wurzeln der Baumsetzlinge zu stutzen. Sepp Troxler vom Forstdienst erklärt, warum diese Tätigkeit so wichtig ist: «Wenn man die Jungbäume mit 60 – 70 cm langen Wurzeln eingräbt und diese womöglich noch umschlägt, respektive faltet, kann sich kein schöner Wurzelstock bilden und der Baum kann nicht richtig anwachsen und hat keinen guten Halt im Boden.» Die Baumsetzlinge werden zusammen mit einem kleinen Rottannensetzling eingepflanzt, um den Laubbaum vor Wild zu schützen. Die Tannennadeln sollen dieses fernhalten. Einen richtigen Wildschutz werden dann die Jäger im Anschluss an den Waldarbeitstag noch errichten. Um jeden kleinen Baum gibt es einen Maschendrahtzaun. Dieser kleine Zaun soll verhindern, dass die Rehböcke, wenn sie ihren Bast (behaarte Haut, unter der sich das Geweih neu bildet) loswerden wollen, das Geweih am Stamm reiben. Denn das würde die Rinde beschädigen und den Baum langsam absterben lassen.

Für Rolf Koch ist der Waldarbeitstag traditionsgemäss eine sinnvolle Arbeit. «Ich kann im Büro schon genug sitzen, das ist ein guter Ausgleich und eine schöne Gelegenheit, etwas mit der Gemeinde zu machen. Früher bin ich jeweils mit der ganzen Familie gekommen, heute komme ich immer noch gerne, allerdings alleine, seit die Kinder erwachsen sind.»

Auch Gemeindeammann Michael Weber kniet im Dreck und pflanzt Bäume im Akkord. «Es ist eine schöne Arbeit, der Umwelt zuliebe und letztlich auch für sich selber», räumt der Boswiler Gemeindevorsteher ein. Zudem sei es eine tolle Gelegenheit, viele neue Leute aus dem Dorf kennenzulernen, dieses Jahr hätte er besonders viele neue Gesichter am Waldarbeitstag gesehen.

Die Stimmung der Boswiler ist wie das Wetter an diesem herrlichen Frühlingssamstag, sie befinden sich in einem Hoch. Um 16 Uhr ist dann Schluss und allen tüchtigen Waldarbeitern wird zur Stärkung ein währschafter Imbiss spendiert.