Wohlen
Freiämter Website soll Neuzuzügern das Leben erleichtern

Eine Website von «Toolbox Freiamt» und «Contakt-Net» soll das Leben von Neuzuzügern erleichtern. Dank der Website soll es Migranten künftig leichter fallen, sich im neuen Dorf zurechtzufinden.

Lisa Stutz
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Am Workshop der Toolbox Freiamt bildete die «Net-Gruppe», die sich der Erstellung und der Pflege einer Integrations-Website annimmt.LIS

Am Workshop der Toolbox Freiamt bildete die «Net-Gruppe», die sich der Erstellung und der Pflege einer Integrations-Website annimmt.LIS

Wo kann ich einen Deutschkurs besuchen? Welche Vereine gibt es im Dorf? Wie wird hier der Abfall entsorgt? Welche Rechte und Pflichten habe ich am Arbeitsplatz?

Das ist nur ein Bruchteil der Fragen, die sich Migrantinnen und Migranten stellen, wenn sie neu in ein Schweizer Dorf gezogen sind.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, und somit die Migranten zu integrieren, will «Toolbox Freiamt» in Zusammenarbeit mit «Contakt-Net» eine Website erstellen, die das Ziel hat, den Neuzuzügern das Leben zu erleichtern. Eine sogenannte Net-Gruppe wird sich der Erstellung und der Pflege der Website annehmen.

Website auf Deutsch verfasst

Um eine solche Gruppe zusammenzubringen, fand ein Startworkshop statt. Gemeindevertreter der vier Toolbox-Gemeinden Wohlen, Villmergen, Dottikon und Dintikon, Fachpersonen, Interessierte und Migranten waren eingeladen.

Ziel des Abends war, das Projekt kennenzulernen. Jeder sollte für sich entscheiden, wie er daran mitarbeiten will. Katharina Stäger von Toolbox und Bettina Kurz von Contakt-Net erklärten genau, was sie mit der Website für Migranten erreichen wollen: «Wir möchten Fragen beantworten, das Interesse der Migranten fördern und die Gemeinden miteinbeziehen», so Stäger.

Die Hilfs-Website wird auf Deutsch verfasst sein und als Ergänzung Audio-Dateien in elf verschiedenen Sprachen bereitstellen.

«Alles Geschriebene ist auf Deutsch. Schliesslich werden die Migranten und Migrantinnen später auf allen Ämtern mit unserer Sprache konfrontiert. Die Audiofiles in den anderen Sprachen geben ausschliesslich kurze Informationen wieder», erklärte Kurz.

Die Seite wird nach einer Modellwebsite von Contakt-Net aufgebaut werden. «Wir müssen dann vorhandene Texte auf die Region anpassen und wichtige Links und Informationen ergänzen», so Stäger. Es sei wichtig, dass die Personen aus der Net-Gruppe zusätzlich je nach Thema Fachwissen oder persönliche Erfahrungen einbrächten und immer wieder Feedbacks und Anregungen ins Spiel brächten.

Information ist Integration

Die Website wird in verschiedene Themenbereiche gegliedert sein: Kinder, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Staat, Finanzen, Freizeit und Integration. Es werden Fragen und Antworten aufgeführt, die sich an einem neuen Wohnort stellen.

Während des Workshops durften sich die Anwesenden zu diesen Themen schon einmal Gedanken machen, und ihre Inputs aufschreiben. So kristallisierten sich noch weitere Themen heraus, wie zum Beispiel das Brauchtum.

«Wer ist eigentlich der Samichlaus, was hat es mit der ‹Eierauflesete› auf sich?», fragten sich die Teilnehmer. Stäger zeigte sich am Ende des Experiments begeistert: «Ich finde es sehr spannend, was hier zusammengekommen ist. Ich freue mich schon auf die Arbeit.»

Bis Ende 2013 soll die Website komplett sein, sodass sie aufgeschaltet werden kann. Dafür wird sich die Net-Gruppe sechs Mal treffen. Zum Schluss des Startworkshops musste entschieden werden, wer in der Net-Gruppe dabei sein möchte. Sieben Leute entschieden sich, mitzumachen.

Weitere Interessierte stellten sich als Fachpersonen zur Verfügung, die die Net-Gruppe bei einzelnen Sitzungen beraten werden.

Alle Anwesenden waren sich einig darüber, dass die Information für die Integration eine wichtige Rolle spielt.