Merenschwand
Freiämter Ringer kühlen erhitzter Gegner aus Einsiedeln auf der Matte ab

Die Freiämter Ringer haben in einem giftigen Duell in Merenschwand die erstarkten Einsiedler 25:13 bezwungen.

Wolfgang Rytz
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Mit Beinangriff sicherte sich Freiamts «Schwingereidgenosse» Pascal Gurtner (oben) vier Wertungspunkte auf dem Weg zum 8:4-Sieg über Sven Neyer. wr

Mit Beinangriff sicherte sich Freiamts «Schwingereidgenosse» Pascal Gurtner (oben) vier Wertungspunkte auf dem Weg zum 8:4-Sieg über Sven Neyer. wr

Wolfgang Rytz

Einsiedelns neuer Trainer, der zweifache Olympiateilnehmer Urs Bürgler, war schon vor Wettkampfbeginn säuerlich. Sein Freiämter Antipode Adi Bucher hatte es in einer Vorschau gewagt, Einsiedelns Transferpolitik zu kritisieren. «Solche Aussagen schaden dem Ringen. Meine Athleten sind verärgert und gehen heute besonders motiviert in diesen Kampf», stellte er warnend in Aussicht.

Vom Einsiedler Sturm im Freiamt war allerdings wenig zu spüren. Die Mannschaft aus dem Klosterdorf kämpfte vor 400 lautstarken Zuschauern wohl willig, aber chancenlos. Das lag auch daran, dass den verletzungsgeplagten Schwyzern auch noch Andrey Vishar fehlte. Oberriet-Grabs gab den Doppellizenzringer nicht frei. Bürgler wagte stattdessen zwei Rochaden in der Aufstellung, die nur bedingt fruchteten.

Frühe Vorentscheidung

Weil Freiamt die Mattenduelle der beiden untersten Gewichtsklassen erwartet deutlich gewann, hoffte Einsiedeln auf Punkte bei den schweren Athleten. Pascal Gurtner zerzauste dieses Ansinnen. Der «Schwingereidgenosse» stellte bis 130 kg Freistil seine Athletik gegen Greco-Spezialist Sven Neyer unter Beweis. Mit zwei Beinangriffen ging er 8:0 in Führung. Trotz konditioneller Schwierigkeiten liess er den technisch stärkeren Gegner nur noch auf 8:4 herankommen. Im vierten Kampf bettete der Oberfreiämter Roman Zurfluh den Zürcher Robert Valentin nach 71 Sekunden auf die Schultern. Damit führte Freiamt 13:2, womit die Frage nach dem Mannschaftssieger an diesem Abend vor dem halben Kampfpensum beantwortet war.

Nach der Pause erfüllte Freiamts Olympiaringer Pascal Strebel seine Aufgabe perfekt, während sich der baldige U23-WM-Teilnehmer Randy Vock schwerer tat. Einen bitteren Abend erlebte Jayan Göcmen. Der Medizinstudent müsste den Kampf gegen den unbequemen Kraftringer Matthias Käser gewinnen. Doch der unverzeihliche Lapsus eines offenen Schuhbändels kostete ihn einen Strafpunkt und damit den Sieg. Auch dank dieses «Geschenks» rettete Einsiedeln die Ehre. Zum Schluss gaben die Klosterdörfler den letzten Einzelkampf Forfait verloren, weil ihr Internationaler Yves Neyer von seinem Kreuzbandriss noch nicht restlos genesen ist. Von der angekündigten totalen Motivation blieb nichts mehr übrig.

«Das Resultat fiel im erwarteten Rahmen aus», kommentierte Freiamts Trainer Adi Bucher. Sein Augenmerk gilt nun dem Halbfinal gegen Erzrivale Willisau in der zweiten Novemberhälfte. Zuvor wartet die Pflichtaufgabe zu Hause in Muri gegen Qualifikationssieger Kriessern.