Extremdiäten
Freiämter Ringer hungert für den Wettkampf - und bricht dort zusammen

Für einen Wettkampf setzte sich Ringer Pascal Strebel auf Radikaldiät: Sechs Kilo hungerte er sich in sechs Tagen runter. Mit Folgen - beim Finalkampf brach er zusammen. Sein Körper konnte nicht mehr. Hochgefährlich, meint ein Arzt dazu.

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Ringer Pascal Strebel hungerte sich sechs Kilo runter - und das in sechs Tagen. Das alles, weil er bei einem Wettkampf in einer leichteren Gewichtsklasse antreten wollte.

An den Schweizer Meisterschaften am Sonntag kommt er zwar ins Finale, im letzten Drittel des Kampfes hat er jedoch keine Kraft mehr und bricht zusammen. «Am Schluss war ich einfach total erschöpft», gibt der 24-Jährige gegenüber Tele M1 zu. Sein Körper konnte nicht mehr nach dieser Extremdiät.

Sieg wichtiger als Gesundheit

Marcel Leutert trainiert den Olympiateilnehmer seit sieben Jahren. Er bestreitet jedoch, dass ihm ein Sieg der Mannschaft wichtiger sei als die Gesundheit seines Schützlings: «Er hat letztes Jahr mehrere Male unter 66 Kilo gerungen. Es ist tiptop gegangen.»

Der Arzt und Kickboxer Adel Abdel-Latif ist anderer Meinung. Er nimmt selber an Wettkämpfen teil und weiss, dass die meisten Athleten bei solchen Radikaldiäten mit Medikamenten nachhelfen. «Das ist hochgefährlich. Man kommt in eine Dehydrierung rein. Es kann bis zu schweren, wenn nicht sogar tödlichen Herzrhythmusstörungen führen», meint er zu Tele M1.

Strebel bestreitet es, Medikamente genommen zu haben. Er habe auf ganz natürlichem Wege abgenommen. Seine Ringerstaffel Freiamt verliert am Sonntag jedenfalls den Final und verpasst damit den Schweizer Meister Titel. (msu)

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