Muri
Freiämter Ringer holen erneut Bronze

Ringerstaffel schlug Einsiedeln auch im Rückkampf und holte sich damit wie im Vorjahr den 3. Schlussrang.

Wolfgang Rytz
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Gemeinsam eine Welle der Freude: die Begeisterung über die gewonnene Broncemedaille ist riesig und der Abschluss einer durchwachsenen Saison somit versöhnlich.

Gemeinsam eine Welle der Freude: die Begeisterung über die gewonnene Broncemedaille ist riesig und der Abschluss einer durchwachsenen Saison somit versöhnlich.

Wolfgang Rytz

Die Nerven lagen in beiden Lagern blank. Freiamt spielte die Rolle des beleidigten Favoriten, Einsiedeln gefiel sich als frecher Spielverderber. «Wir geben die Antwort sportlich auf der Matte», versprach der Trainer der Freiämter Staffel, Adi Bucher, als Reaktion auf die Provokationen aus dem Klosterdorf.

Einsiedelns Aufstellungspoker

Am Schluss ging die Rechnung für die Aargauer Ringerhochburg auf. Nach dem erzitterten 19:16-Auswärtssieg gelang vor 650 lautstarken Zuschauern in der Bachmattenhalle Muri ein ungefährdeter 22:16-Heimsieg. «Saisonziel erreicht. Wir kommen Schritt für Schritt vorwärts», resümierte Präsident Sandro Vollenweider, der im zweiten Bronzekampf kurzfristig ein Comeback auf der Matte gab. Seit der ehemalige Olympiaringer und eidgenössische Kranzschwinger Urs Bürgler bei Einsiedeln Regie führt, bläst beim langjährigen Abstiegskandidaten ein anderer Wind. Die Klosterdörfler stiegen als Transfersieger mit grossen Ambitionen in die Meisterschaft, qualifizierten sich aber erst im letzten Kampf für den Halbfinal. Nach dem Motto «wir haben nichts zu verlieren» stellten sie schliesslich im Duell um Bronze Freiamt auf eine mentale Probe.

Nach dem überraschend knapp verlorenen Heimkampf zauberte Trainer Bürgler in Muri eine Überraschungsaufstellung aus dem Hut. «Wir waren irritiert, aber ihre Rechnung ging nicht auf», resümierte Adi Bucher am Schluss erleichtert. Weil bei Freiamt zwei Teamstützen krank (Manuel Jakob) respektive verletzt (Michael Bucher) fehlten, waren auch die Gastgeber zu Umstellungen gezwungen. Präsident Vollenweider kam so zu einem «einmaligen Comeback», wie er versprach.

Geschlossene Teamleistung

Während der ganzen Saison beklagte Freiamt in seinen Kämpfen Rückschläge und nicht ausgeschöpftes Potenzial. Nach zufriedenstellendem zweitem Rang 2 in der Qualifikation misslang der Halbfinal gegen Willisau. Die Luzerner hielten die zu selbstsicheren Aargauer unter Kontrolle und zogen verdient in den Final ein. Nach harzigem erstem Bronzekampf gelang den Freiämtern aber eine nahezu perfekte Abschlussvorstellung in Muri. Jeder der zehn Ringer steuerte mindestens einen Mannschaftspunkt bei. Die Teamstützen Nino Leutert (bis 57 kg Greco), Thomas Wild (bis 65 kg Greco), Randy Vock (bis 70 kg Freistil) und Pascal Strebel (bis 74 kg Greco) legten mit klaren Siegen die Basis für den 22:16-Erfolg. Nico Küng (bis 74 kg Freistil) und Marc Weber (bis 80 kg Greco) bewiesen bei ihren knappen Punktesiegen ein grosses Kämpferherz.

Mit der Übergabe der Bronzemedaille an alle Teammitglieder und einem grossen Pokal für Trainer Adi Bucher endete für die Ringerstaffel Freiamt eine insgesamt solide Saison mit dem angestrebten Happy End. Die Abgänge der Gastringer Thomas Wild und Manuel Jakob stellt die Führung der Freiämter Ringerstaffel jedoch vor eine neue Herausforderung. Buchers Dreijahresplan sieht nach zwei Bronzemedaillen im nächsten Jahr die Finalqualifikation vor.

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