Bremgarten
Freiämter Hochwasserschutz läuft im Sommer an

Massnahmen für 2,4 Mio. Franken werden in zwei Etappen zu je sechs Monaten in Bremgarten umgesetzt.

Lukas Schumacher
Merken
Drucken
Teilen
1. Juni 2013: Viel hat damals nicht zur Überflutung der Reussgasse in Bremgarten gefehlt; die dortigen Schutzvorkehrungen sind unzureichend und werden bald massiv verbessert. mzm

1. Juni 2013: Viel hat damals nicht zur Überflutung der Reussgasse in Bremgarten gefehlt; die dortigen Schutzvorkehrungen sind unzureichend und werden bald massiv verbessert. mzm

Die Bewilligungen von Bund, Kanton und Stadt zur Realisierung der baulichen Schutzmassnahmen an der Reuss in Bremgarten liegen vor.

Zurzeit feilen die zwei Ingenieurbüros KIP (Wohlen) und AF-Consult Baden an den Detailprojekten und den Submissionsunterlagen. Noch fehlen die Bauprogramme und genauen Zeitpläne der Massnahmen, die in zwei Etappen umgesetzt werden.

Der grobe «Fahrplan» indes ist fixiert. Laut Projektleiter Stefano Righetti von der Bauverwaltung Bremgarten läuft die erste Hochwasserschutzetappe im Sommer an, in gut drei bis vier Monaten.

1. Etappe ab Juli/August

Diese erste Hochwasserschutz-Etappe gilt dem Abschnitt «B» vom Hexenturm bis hinunter zur ARA-Fussgängerbrücke längs der Reussschlaufe. Das Projekt besteht aus maximal 1,2 Meter hohen Erddämmen und Betonwänden.

Geschützt werden insbesondere Armeegebäude wie die Einstellhalle, die Wohnquartiere in der Nähe der Reussschlaufe, die Zufahrten zum Campingplatz Bleiche und zum Regenklärbecken Risi sowie das Industriegelände Utz. Das Landwirtschaftsgebiet der Allmend dagegen sowie ein Grossteil des Militärgeländes werden den Wasserfluten überlassen. Realisierungszeit: sechs Monate.

2. Etappe ab Oktober/November

Auf dem Abschnitt «A» von der Holzbrücke bis zum Hexenturm wird die zweite Etappe verwirklicht, teils gleichzeitig mit der ersten. Die zweite Etappe dient vorab dem Schutz der Wohngebäude längs der Reussgasse am rechten Flussufer.

Angepackt werden die Arbeiten im Oktober oder November, bei tiefem Wasserstand. Dies aus gutem Grund: Vom Hexentrum flussaufwärts erstellt man im Flussbett nämlich eine rund 60 Meter lange Baupiste aus Feinkies. Von der Piste aus wird die bestehende, ramponierte Schutzmauer maschinell abgebrochen und durch eine solide Winkelstützmauer ersetzt.

Im oberen Teil, von der Holzbrücke bis zum Schmitteplätzli, wird die Betonbrüstung verstärkt und aufbetoniert. Zudem erstellt man beim Schmitteplätzli eine Sockelmauer anstelle der bestehenden provisorischen Schutzmauer aus Holzbalken.

Alu-Elmente und 2,4 Mio. Franken

Die erwähnten Verstärkungen und Erhöhungen der Mauern sind auf ein HQ 30 ausgelegt, auf ein Hochwasserereignis, das statistisch alle 30 Jahre vorkommt.

Bei einem Jahrhunderthochwasser (HQ 100) werden die Schutzmauern durch mobile Aluminium-Elemente erhöht. Diese neuen Alu-Balken, die Bremgarten anschafft, können verzahnt und bis zu vier Meter hoch aufgetürmt werden.

Rund 2,45 Millionen Franken kosten die fixen und mobilen Schutzmassnahmen. 900 000 Franken hat die Einwohnergemeinde Bremgarten zu finanzieren, die restlichen 1,5 Mio. Franken steuern Bund und Kanton Aargau bei.

Apropos «Kies»: Die Baupiste aus Feinkies wird später aus ökologischen Gründen nicht entfernt werden. Unterhalb des Stauwehrs Zufikon-Bremgarten weist die Reuss nämlich einen gravierenden Kiesmangel auf. Oberhalb des Flachsees hingegen befinden sich raue Mengen von Kies in der Reuss.