«Bauer, ledig, sucht»
Freiämter Bauern wollen nicht nur von ihren Kühen geküsst werden

Zwei Bauern und eine Hofdame aus dem Freiamt haben das Single-Leben satt. Mithilfe der Kuppelshow «Bauer, ledig, sucht», die am 13. Juli auf 3+ in die neue Staffel startet, probieren die Landwirte, ihre grosse Liebe zu finden. Die az hat eine Übersicht zu den Teilnehmenden erstellt.

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Diese drei Freiämter haben sich bei «Bauer, ledig, sucht» angemeldet.

Diese drei Freiämter haben sich bei «Bauer, ledig, sucht» angemeldet.

Nora Güdemann/Timea Hunkeler

Felix Wiederkehr, 54, aus Rudolfstetten-Friedlisberg:

Vielleicht gibt dem Bauern bald auch eine Frau einen Schmatzer auf die Backe.

Vielleicht gibt dem Bauern bald auch eine Frau einen Schmatzer auf die Backe.

Nora Güdemann

Auf einem idyllischen Hof in Rudolfstetten mampfen 34 Kühe Gras, ein Büsi läuft gemächlich über den Hof und Fliegen schwirren in der Luft. Bauer Felix Wiederkehr ersetzt gerade die Tür seines Traktors: «Ohne Türe zu fahren ist sehr gefährlich, man könnte hinausfallen», sagt er und werkelt an einer Schraube. Dass etwas kaputt geht oder ein Tier krank wird, könne passieren, und man müsse immer parat sein, spontan einzugreifen. Wiederkehr war das letzte Mal vor knapp fünf Jahren in den Ferien, aber das macht ihm nicht viel aus. «Die Landwirtschaft ist meine Leidenschaft», sagt er lächelnd. «Und ich hoffe, diese Leidenschaft bald mit jemandem teilen zu können.» Der 54-Jährige ist seit rund vier Jahren Single, war zweimal verheiratet und hat einen 25-jährigen und einen 10-jährigen Sohn. «Ich gehöre noch nicht zum alten Eisen und habe genug vom Alleinsein», sagt er demonstrativ.

Neben der Landwirtschaft ist Wiederkehr passionierter Sänger. Seit 30 Jahren jodelt er und seit 14 Jahren singt er bei den Dietiker Stadtjodlern. «Ich mag die Texte, die Harmonien und die Herausforderung so zu singen, wie es der Komponist vorgesehen hat.» Auch die Gruppe und seine Kollegen dort schätzt er. Alle drei Jahre fahren sie zusammen ans eidgenössische Jodlerfest. Und ebendieser Jodeltrupp hat Wiederkehr dazu gebracht, etwas gegen sein Single-Dasein zu unternehmen. «Sie haben mir vorgeschlagen, dass ich mich bei ‹Bauer, ledig, sucht› anmelden soll. Das habe ich gemacht, ich kann ja nichts verlieren.»

Flugzeuge störten Aufnahmen

Wiederkehr hat eine turbulente aber spannende Zeit hinter sich. Die Dreharbeiten begannen damit, dass Ex-Miss Schweiz Christa Rigozzi den Hof besuchte und ihm Briefe von Damen überbrachte, die ihn gerne kennenlernen würden. Es sei eine interessante Auswahl gewesen, sagt der Bauer.

Das erste Treffen mit den Auserwählten erfolgte auf dem Ballenberg. «Es hat mich erstaunt, wie viele Menschen bei einer solchen Sendung involviert sind.» Rund 60 Leute von der Produktionsfirma, beispielsweise Tontechniker und Filmteams, waren anwesend und schwer beschäftigt. Einige Aufnahmen mussten mehrmals gedreht werden, weil der Fluglärm zu störend gewesen sei: «Ein Riesenaufwand dafür, dass wir am Abend ein bisschen TV schauen können», fasst Wiederkehr zusammen. «Das habe ich nicht erwartet.»

356 Tage um halb 6 aufstehen

Doch dem Bauer gefiel es, dass ein bisschen Leben auf dem Hof herrschte. «Während sechs Tagen wurde die Hofwoche mit der Frau dokumentiert. Nächste Woche folgen noch zwei Drehtage bei ihr daheim.» In Wiederkehrs Abwesenheit kümmern sich Familienmitglieder oder eine Melkerin um die Tiere. Sonst hat der Bauer niemanden, der ihm regelmässig zur Hand geht. «Ich stehe 365 Tage im Jahr um halb sechs auf. Dafür sollte die Frau Verständnis haben.» Und es sei immer etwas auf dem Hof zu tun. «Ich bin Bauer, Buchhalter, Unternehmer, Tiermediziner und Mechaniker», lacht der 54-Jährige. Einfach sei das aber nicht, vor allem, weil er durch Milchwirtschaft und Lohnarbeit sein Einkommen sichert: «Mit dem momentan sehr niedrigen Milchpreis von 50 Rappen kommt man leider nicht weit.» Sein grosser Wunsch sei eine Frau, die ihn und seine Arbeit akzeptiert sowie seine Naturverbundenheit und Tierliebe teilt.

Beatrice Wicki, 42, aus Sins:

Hofdame Beatrice Wicki hat in ihrem Leben noch Platz für den richtigen Mann.

Hofdame Beatrice Wicki hat in ihrem Leben noch Platz für den richtigen Mann.

TiH

Die Liebe im TV suchen: Für diesen Schritt hat sich auch Beatrice Wicki entschieden. Die 42-Jährige sitzt im Garten ihres Elternhauses in Sins und trinkt Kaffee. «Ich habe mich selbst für die Sendung ‹Bauer, ledig, sucht› angemeldet. Die Idee kam aber von meiner Schwester, die ein grosser Fan der Sendung ist. Erwartungen hatte ich jedoch keine.» Umso überraschter sei sie gewesen, als der Sender anrief: Wicki wurde von einem Bauer als Hofdame ausgesucht. «Es hat mir natürlich sehr geschmeichelt, aber ich war auch ein wenig überfordert mit der Situation», sagt sie und lacht. Das Porträtvideo des Bauern, das im Fernsehen lief, habe sie nur durch Zufall gesehen. «Im Video sprühte er ein blaues Herz auf einen Baum. Da mein Vater Jäger war und ich viel Zeit im Wald verbrachte, habe ich mich direkt angesprochen gefühlt.»

Für ein Jahr nach Kanada

Ihre Liebe zur Natur sei auch ein Grund gewesen, weshalb die dreifache Mutter vor der Sendung für ein Jahr nach Kanada ging. «Das Land hat mich einfach fasziniert. Es war eine tolle Auszeit», schwärmt die gelernte Bauspenglerin. Während dem Auslandaufenthalt sei sie aber immer wieder in die Schweiz zurückgekehrt. «Ich habe meine Kinder einfach zu sehr vermisst.» Die Familie sei ihr wichtig. Auch zum Vater der Kinder pflege sie ein gutes Verhältnis. «Ein Sohn und eine Tochter sind bereits ausgezogen, die jüngste Tochter lebt bei meinem Ex-Mann», erklärt sie. Nach ihrer Rückkehr Ende April begannen die Dreharbeiten für «Bauer, ledig, sucht». Die Kameras seien überall dabei gewesen. «Die Dreharbeiten waren sehr anstrengend, aber haben auch Spass gemacht.»

Sie ist eine Allrounderin

Für den richtigen Mann würde die Kandidatin einiges in Kauf nehmen: «Ein Umzug in einen anderen Kanton oder in ein anderes Land würde mir nichts ausmachen. Seit ich aus Kanada zurück bin, habe ich keine festen Wurzeln geschlagen.»

Hart zu arbeiten ist sich Wicki, die seit einigen Monaten single ist, bereits gewohnt. Zurzeit arbeite sie temporär auf der Baustelle und helfe in einer Autogarage aus. Ihr Wunsch sei es jedoch, mit behinderten Kindern zu arbeiten. «Ich bin eine Allrounderin und Powerfrau.» Das Leben auf dem Bauernhof könne sie sich gut vorstellen «Früher habe ich immer gesagt, dass ich einmal einen Bauern heirate», sagt sie und schmunzelt. Ob dies nun bald Wirklichkeit wird, wollte sie nicht verraten. «Man weiss nie, wo die Liebe hinfällt. Meinen Ex-Mann habe ich beim Tanken kennen gelernt.»

Erich Koch, 45, aus Waltenschwil:

Bei Ausfahrten mit seiner Harley fühlt sich Erich Koch frei.

Bei Ausfahrten mit seiner Harley fühlt sich Erich Koch frei.

NGÜ

Erich Koch hatte erst um sieben Uhr morgens Feierabend: «Ich musste die Kartoffeln wässern. Das Wasser dazu bekommen wir nur in der Nacht», sagt er und gähnt. Koch übernahm, wie sein Freiämter Berufskollege Felix Wiederkehr, seinen Ackerbaubetrieb in Waltenschwil aus Familienbesitz. «Als Landwirt hat man genügend Freiheit, denn man entscheidet selbst», sagt er. Das gefalle ihm am Bauer-Sein. Auf knapp 22 Hektaren Land baut der 45-Jährige Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Weizen und Zwiebeln an. Auch 45 Mutterschafe besitzt er. Den Ertrag verkauft er auf seinem Hofladen und die Zuckerrüben, in einem guten Jahr sind es knapp 350 Tonnen, liefert er an Grosshändler. «Nebenbei bin ich noch Aushilfs-Chauffeur.» Koch ist vielbeschäftigt, manchmal seien die Tage sehr lang. Und, aufgrund seines Beziehungsstatus, vielleicht auch ein bisschen einsam. «Ich war verheiratet, habe keine Kinder. Nun bin ich seit sechs Jahren Single und es wäre doch schön, eine Frau auf dem Hof zu haben.»

Kuppel-Stand an Messe

Vor fünf Jahren besuchte Koch mit seinen Kollegen eine Viehmesse, welche weiss er nicht mehr. «Auf jeden Fall war da ein Stand von ‹Bauer, ledig, sucht› und meine Freunde brachten mich dazu, mich dort anzumelden.» Zu Dreharbeiten kam es anfangs jedoch nicht: «3+ rief mehrmals an, aber ich war noch nicht bereit dazu.» Dieses Jahr hat er sich aber dafür entschieden, über seinen Schatten zu springen. «Es kostete mich viel Überwindung, so viel von mir in der Öffentlichkeit preiszugeben.» Auf Kochs Porträtfilm meldete sich ein «Haufen» interessierter Frauen, erzählt der Landwirt.

Public-Viewing auf dem Hof

Seine Traumfrau müsse kein Topmodel sein, gibt er schmunzelnd zu, aber vom Äusserlichen sollte es schon passen. Das I-Tüpfelchen wäre es, wenn die Frau seine Leidenschaft für Motorräder, speziell für Harley Davidson, teilen könnte. «Lange Fahrten mit dem Töff geben mir die nötige Freiheit.»

Ob er eine Hofdame gefunden hat, bleibt offen. Bald wird die erste Folge ausgestrahlt und Koch ist schon mächtig aufgeregt. «Man sieht sich im Fernsehen und denkt, das bin doch nicht ich.» Für die Premiere am 13. Juli plant der Landwirt einen Event für sich und seine Kollegen: «Ich überlege mir, ein Public-Viewing zu veranstalten. Mit grosser Leinwand und Bier.»

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