Muri
Freiamt darf an der Autobahn nicht für Sehenswürdigkeiten werben

Es ist nicht so einfach, entlang einer Autobahn auf eine touristische Sehenswürdigkeit oder eine attraktive Gegend hinzuweisen. Das Freiamt geht gänzlich leer aus.

Eddy Schambron
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«Aargau» statt «Freiamt» auf der Tafel vor der A14-Ausfahrt Gisikon-Root. ES

«Aargau» statt «Freiamt» auf der Tafel vor der A14-Ausfahrt Gisikon-Root. ES

Eddy Schambron

Das Kloster Muri ist von nationaler Bedeutung, das Bremgarter Städtchen gewiss sehenswert. Das Freiamt weist auch viele landschaftliche Schönheiten auf. Wer auf den Autobahnen unterwegs ist, erfährt davon nichts. Und wird es auch in Zukunft nicht, wie die Grossräte Herbert Strebel, CVP, Muri, und Andrea Moll-Reutercrona, FDP, Sins, erfahren mussten. Ihr Postulat zur «Erweiterung der touristischen Signalisation auf Autobahnen, die auf das Freiamt hinweisen», nimmt der Regierungsrat zwar entgegen, beantragt aber die gleichzeitige Abschreibung. Für Strebel kommt die regierungsrätliche Argumentation «teilweise unsachlich, ja sogar ein wenig frech» daher.

Das Bundesamt für Strassen (Astra) regelt in einer Weisung von 2012 die Signalisation auf Autobahnen. Unter anderem wird verlangt, dass bedeutsame touristische Regionen direkt durchfahren werden müssen, damit auf der Autobahn auf sie hingewiesen werden kann. «Unzweifelhaft hat das Freiamt viele touristische Sehenswürdigkeiten zu bieten. Da dieser attraktive Kantonsteil von keiner Autobahn durchfahren wird und keine Aargauer Autobahnausfahrten in unmittelbarer Nähe liegen, können all diese touristischen Sehenswürdigkeiten zumindest auf den Autobahnen leider nicht signalisiert werden», hält der Regierungsrat zum Postulat Strebel/Moll fest. Auch eine Willkommenstafel setze voraus, dass die bedeutsame touristische Region direkt durchfahren werde.

Kritik am Regierungsrat

Strebel stellt fest, dass auf der A1 im Raum Lenzburg/Hunzenschwil zweimal auf den Hallwilersee und einmal auf das Schloss Hallwil hingewiesen wird. «Die Distanz zu diesen beiden touristischen Sehenswürdigkeiten beträgt ungefähr neun Kilometer.» Auf der A3 werde im Raum Eiken zweimal auf Laufenburg hingewiesen. «Hier beträgt die Distanz zum Städtchen ungefähr sechs Kilometer.» Blieb die Hoffnung, ausserkantonal zum Beispiel auf der A4 bei der Ausfahrt Affoltern auf das Kloster Muri hinzuweisen.

Das wiederum geht nicht, weil die Nachbarkantone (auch bei der Ausfahrt Gisikon) die Ausfahrten «für ihre eigenen Ziele beanspruchen», wie der Regierungsrat schreibt. «Genau hier hätten wir gemeinsame Interessen, auf das Säuliamt und das Reusstal mit dem gemeinsamen Grenzfluss, der Reuss, hinzuweisen», findet hingegen Strebel. Und er kritisiert das mangelnde Engagement der Regierung in dieser Frage: Das Freiamt werde durch den Kanton immer wieder für Pilotprojekte ausgewählt. «Meistens ist unsere Region dazu auch bereit. Wenn es aber um handfeste Angelegenheiten, Anliegen oder Wünsche aus der Region geht, haben andere Regionen im Aargau bessere Karten.»

Immerhin hielt der Regierungsrat im Mai fest, «dass für die Begrüssungstafeln Aargau auf der A14 in der Nähe von Dietwil bei der rund einem Kilometer langen Durchfahrt durch den Aargau das Astra eine Zustimmung in Aussicht gestellt hat.» Die Tafel steht. Damit ist nach Strebel allerdings nur ein «absolutes Minimalziel» erreicht.

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