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Bald heisst es «Leinen los!» für die vereinigte Spitex Mutschellen-Reusstal – Mitglieder stimmen der Fusion zu

Sinnbildlich gesprochen wird ab Januar 2022 ein grosser neuer Spitex-Dampfer die Fahrt aufnehmen. Die vier bisher unabhängigen Organisationen Kelleramt, Bremgarten, Mutschellen und Niederwil/Fischbach-Göslikon schliessen sich zu einer Spitex zusammen. Nur die Zustimmung Bremgartens ist noch offen.

Marc Ribolla
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Der neue Vorstand der Spitex Mutschellen-Reusstal mit Präsident Eduard Schwab, Hanspeter Brun, David H. Streiff, Brigitte Weibel, Andreas Bernauer und Christian Schafroth (von links).

Der neue Vorstand der Spitex Mutschellen-Reusstal mit Präsident Eduard Schwab, Hanspeter Brun, David H. Streiff, Brigitte Weibel, Andreas Bernauer und Christian Schafroth (von links).

Marc Ribolla

Die Besucher der Mitgliederversammlung der Spitex Mutschellen müssen sich wie Gäste auf einer Schifffahrt gefühlt haben. Während der «Fahrt» in der Mehrzweckhalle in Bergdietikon wurde das Schiff von der «MS Mutschellen» auf der Leinwand sinnbildlich in die «MS Mutschellen-Reusstal» umbenannt. So heisst ab 1. Januar 2022 die neu gegründete Spitex-Organisation.

Die Anwesenden genehmigten mit 30 Ja- gegen nur 2 Nein-Stimmen den Fusionsvertrag, der die vier Spitex-Organisationen Mutschellen, Kelleramt, Niederwil/Fischbach-Göslikon und Bremgarten zu einem einzigen Verein vereinigt. Für den bisherigen Präsidenten der Spitex Mutschellen, Hanspeter Brun, war es somit die letzte Versammlung, die er als «Kapitän» leiten durfte.

Hanspeter Brun war bisher Präsident der Spitex Mutschellen.

Hanspeter Brun war bisher Präsident der Spitex Mutschellen.

Marc Ribolla

Vor der Abstimmung betonte er die Wichtigkeit der Fusion. «Die vier einzelnen Organisationen sind aktuell gut aufgestellt. Doch in Zukunft werden die Anforderungen an die Pflege weiter steigen. Im Verbund können wir noch besser arbeiten», strich Brun hervor. Der Zusammenschluss sei wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich. Aktuell bewegen sich die Mitgliederzahlen der vier Spitex-Vereine je zwischen rund 500 und 1300 Personen.

15 Gemeinden mit rund 46'000 Einwohnern beteiligt

Die neue Spitex Mutschellen-Reusstal wird für 15 Gemeinden zuständig sein, mit einem Einzugsgebiet von rund 46'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Mitarbeiterzahl beträgt gut 100 Personen. Alle Stellen bleiben erhalten. Brun sagt:

«Die Fusion legt die Basis für ein erfolgreiches KMU. Durch den grösseren Verbund können wir Synergien nutzen, ohne die Kundennähe zu verlieren.»

Die Stärken der Spitex seien die lokale Verankerung und die Beziehungsqualität zu den Klientinnen und Klienten. Wichtig sei deshalb, dass «die Steuerung zukünftig zwar zentral erfolgt, die Leistungserbringung dagegen dezentral», so Brun.

Im «Schiffslogbuch» stehen deshalb die Koordinaten 47,34879 Breite und 8,34684 Länge. Wer dies im Navi eingibt, landet am Fliederweg 1 in Bremgarten. Dort wird der Hauptsitz der Spitex Mutschellen-Reusstal mit der Geschäftsstelle sein. Brun sagt weiter: «Alle bisherigen Stützpunkte der vier Vereine bleiben in einer ersten Phase, die mindestens zwei Jahre dauert, bestehen.»

Vorstand mit allen bisherigen Präsidenten

Mit der Fusion entsteht auch ein neuer Vorstand mit sieben Mitgliedern. Involviert sind alle bisherigen vier Präsidenten (Hanspeter Brun, Thomas Rohrer, Andreas Bernauer und Eduard Schwab) sowie David H. Streiff (bisher Vize Spitex Bremgarten), Christian Schafroth (bisher Vorstand Spitex Mutschellen) und Brigitte Weibel (stellvertretende Direktorin Alterszentrum Bremgarten).

Die Mitgliederversammlung der Spitex Mutschellen stimmt der Fusion zu.

Die Mitgliederversammlung der Spitex Mutschellen stimmt der Fusion zu.

Marc Ribolla

Als Präsident wird Eduard Schwab amtieren, der es als ein Ehrenamt ansieht. «Es ist eine erfolgreiche Fusion. Wir haben untereinander immer Kontakt auf Augenhöhe gehabt», spricht er die Vorbereitungsarbeiten in den vergangenen Monaten an. Als Präsident möchte er für alle 15 Gemeinden da sein und auch den Austausch mit den Gemeindebehörden pflegen.

Schwab warnt aber auch: «Trotz Fusion wird die Spitex in Zukunft nicht billiger, sondern teurer. Dies haben wir den Gemeinden immer klar kommuniziert. Die Menschen werden älter und möchten immer länger daheim gepflegt werden.» Im Budget 2022 bewegt sich der Gesamtaufwand in der Grössenordnung von 6 Mio. Franken. Die Mitgliederbeiträge werden unverändert bei 50 Franken belassen.

Von den vier beteiligten Spitex-Vereinen fehlt nun nur noch die Zustimmung von Bremgarten. Diese Versammlung findet kommenden Mittwoch, 25. August, statt. Dann kann das Spitex-Boot «MS Mutschellen-Reusstal» definitiv «Leinen, los!» vermelden.

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