Nach der erfolgreichen Realisierung eines Brunnes im Innenhof des Kinderheims «Maison des Anges» in Port-au-Prince auf Haiti plant Miranda Bammert-Zahn aus Aettenschwil zusammen mit ihrem Förderverein ein neues Sommerprojekt. Mit Spendengeldern möchte sie im gleichen Kinderheim einen dringend benötigten Schlafraum für 15- bis 20-jährige Jugendliche bauen. «Die Baukosten betragen 20 000 US-Dollar», sagt Miranda Bammert.

Gebaut werde wie immer mit der Unterstützung einheimischer Handwerker, und auch die Jugendlichen, die später in diesem Raum schlafen werden, packen mit an. Der Baustart ist für den 1. Juli geplant, die Bauarbeiten sollen drei Monate dauern. «Wir setzen einen erfahrenen haitianischen Bauleiter ein, der schon beim Bau des Brunnens dafür gesorgt hat, dass das Budget eingehalten wurde», so Bammert. Dieser Brunnen war das letztjährige Sommerprojekt ist und immer noch ein grosser Erfolg. «Letzten Monat besuchten wir das Heim und konnten uns erneut davon überzeugen, wie wichtig der Brunnen für alle ist.» Er ermögliche es 120 Kindern und Jugendlichen, täglich sauberes Wasser trinken und sich damit waschen zu können. «Der Gesundheitszustand der Kinder hat sich verbessert und die laufenden Haushaltsausgaben konnten verringert werden, da Trink- und Verbrauchswasser nicht mehr teuer eingekauft werden muss.» Der Brunnen kostete 11 000 US-Dollar und wurde vollumfänglich mit Spendengeldern des Fördervereins bezahlt.

Gross geworden im Kinderheim

Die Jungs, für die nun ein Schlafraum gebaut wird, wohnen zum Teil schon seit ihrem vierten Lebensjahr im Heim. Sie besuchen am Morgen die externe Schule und werden am Nachmittag im Kinderheim mit Nachhilfeunterricht gefördert und aufs Berufsleben vorbereitet. Momentan schlafen sie alle zusammen in einem grossen Schlafsaal, den sie sich mit 80 Kleinkindern, Mädchen und Buben teilen. Dieser Zustand sei aus verschiedenen Gründen nicht ideal: «Sie stören die Ruhe der Kleinen, und die Durchmischung beider Geschlechter und unterschiedlicher Altersgruppen im gleichen Schlafsaal ist problematisch.»

Das Sommerprojekt 2017 sieht nun vor, auf dem Dach von drei Schulzimmereinheiten den neuen Schlafraum zu bauen. «Die Jungs erhalten so endlich einen eigenen Raum, in den sie sich zurückziehen können.» (AZ)