Mutschellen

Freiämter Zivilschützer helfen in Graubünden

Die Zivilschutzorganisation (ZSO) Mutschellen half eine Woche lang bei der Instandsetzung des Bahnerlebnisweges der Rhätischen Bahn. Es war ein voller Erfolg.

Eingebettet im idyllischen Albulatal im Kanton Graubünden, auf dem Weg von Chur nach St. Moritz, befindet sich das 720-Seelen-Dorf Bergün, ein stilles Dörfchen am Rande des Nationalparks.

Entlang des Tals führt die seit dem Jahr 2008 zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Bahnstrecke der Rhätischen Bahn (RhB) mit dem dazugehörenden 21 Kilometer langen Bahnerlebnisweg zwischen Filisur und Preda.

Und genau an diesem Erlebnisweg war Mutscheller Handarbeit gefordert. Mit 43 Mann reiste ein Unterstützungstrupp der ZSO Mutschellen nach Bergün.

86 starke Arme und Hände, die bereit waren, bei der Instandsetzung des seit den 80er-Jahren bestehenden Bahnerlebnisweges mit anzupacken. Einquartiert und verpflegt wurde die Truppe in der ehemaligen, mittlerweile zum Null-Sterne-Hotel umgebauten Zivilschutzanlage Bergün.

Materialien aus dem Eisenbahnbau

Voller Enthusiasmus gingen die Mutscheller Zivis ans Werk. Das Graben und Giessen von Fundamenten für 26 Informationstafeln und Wegweiser sowie für drei Grillplätze standen auf dem Programm. «Bei dem Erlebnisweg sollten nur Materialien aus dem Eisenbahnbau verarbeitet werden», so Phil Anderegg, Informationsverantwortlicher der ZSO Mutschellen.

Als Stützen für die Informationstafeln und Wegweiser wurden alte Eisenbahnschienen verwendet. Und auch die neuen Picknickplätze wurden aus Schienen und Bahnschwellen gefertigt. Egal ob sie Beton- und Kiessäcke über Stock und Stein schleppten oder Eisenbahnschienen über schmale Wanderwege trugen – durch das schnelle, effiziente Arbeiten der Pioniere und unter Anleitung lokaler Arbeitskräfte konnten sie diese Aufgaben bereits innerhalb der ersten drei Tage abschliessen.

Eine der grössten Herausforderungen für die Zivilschutzorganisation war die Aufteilung der Arbeitsgruppen und Fahrzeuge auf die Arbeitsplätze zwischen Preda und Filisur. Am ersten Tag barg zudem die Logistik eine kleine Herausforderung.

«Am zweiten Tag hatten sich die Teams aber eingespielt und so konnte mit vollem Eifer gearbeitet werden.» Seitens des Kaders war viel Arbeit nötig, um jeden Tag zu planen und zu koordinieren, sodass alle Arbeitskräfte am richtigen Ort waren. Durch den harten und steinigen Boden bestanden die Schwierigkeiten hauptsächlich in der Vorbereitung der Löcher für die Fundamente oder das Transportieren der Materialien im unwegsamen Gelände. Aber auch diese Arbeiten wurden hervorragend gemeistert.

Hilfe vom Mutschellen

Doch wie kamen die Mutscheller Zivis überhaupt dazu, ihren Wiederholungskurs (WK) in Bergün zu absolvieren? Die Verantwortlichen des Bahnerlebnisweges hatten die ZSO Mutschellen um Hilfe gebeten.

«Denn nur die Grundfinanzierung des überregional bedeutsamen Projekts ist gedeckt, für den Rest hat sich die Projektleitung, bestehend aus Bergün Filisur Tourismus, den Gemeinden Filisur und Bergün sowie der RhB, auf die Suche nach Unterstützung gemacht», erklärt Anderegg. Gleichzeitig war auch die ZSO Mutschellen auf der Suche nach einem sinnvollen Einsatz.

Über die Ämter für Militär und Bevölkerungsschutz der Kantone Graubünden und Aargau wurden die Kontakte hergestellt und die nötigen Bewilligungen erteilt. «Nachdem alle Rahmenbedingungen wie Arbeitsumfang, Material, keine Konkurrenzierung von privaten Betrieben, Transport, Unterkunft und Verpflegung geklärt waren, stand dem Einsatz nichts mehr im Weg.»

Unvergesslicher Einsatz

«Insgesamt war der Einsatz ein voller Erfolg», ist Anderegg stolz. Zur Belohnung gab es für Interessierte einen Besuch samt Sonderführung im neu eröffneten Bahnmuseum Albula in Bergün.

«Die Woche wird der Mannschaft sicherlich in guter Erinnerung bleiben. Schliesslich kann man nicht oft einen WK inmitten grüner Wälder und Wiesen neben über 100 Jahre alten Bahnviadukten abhalten», sagt Anderegg. Erschöpft aber guter Laune kehrte die Mannschaft auf den Mutschellen zurück. (az)

Mehr Infos zur ZSO Mutschellen unter www.zsomutschellen.ch, zum Bahnerlebnisweg unter www.bahnerlebnisweg.ch.

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