Niederwil

«Freiämter Olma»: Hier feiern Freiämter den Jahresschluss

Rolf Mäder, mit blauen Ford-Traktoren aufgewachsen, zwischen zwei blauen New Holland. Toni Widmer

Rolf Mäder, mit blauen Ford-Traktoren aufgewachsen, zwischen zwei blauen New Holland. Toni Widmer

An der Landmaschinen-Ausstellung der Firma Mäder treffen sich längst nicht mehr nur die Bauern.

Einen Umzug gibt es an der Freiämter Olma nicht. Und auch keine St. Galler Bratwurst. Die wird in der «Schmitte-Beiz», zu der die Werkstatt der Mäder Landmaschinen AG in Niederwil während der traditionellen Ausstellung jeweils umfunktioniert wird, kaum vermisst. «Die ‹Schmitte-Wurst› ist ohnehin besser», sagen Kenner, die – nicht nur, aber auch – wegen dieser kulinarischen Spezialität Jahr für Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr ein paar Stunden «beim Mäder» verbringen. Die «Schmitte-Wurst» gibt es nur an fünf Tagen pro Jahr – vom 26. bis 30. Dezember. Sie wird von der Dorfmetzgerei Peterhans exklusiv für diesen Anlass hergestellt.

Der Tradition verpflichtet

Auch der «Kafi Ford» wird nur an der Freiämter Olma ausgeschenkt. Er heisst immer noch so, obwohl es die Ford-Traktoren, nach denen das schnapshaltige Gebräu einst benannt wurde, schon lange nicht mehr gibt. «Mit den Ford-Traktoren bin ich aufgewachsen und obwohl dieses Produkt längst unter dem Namen New Holland vertrieben wird, hänge ich halt immer an den Blauen», sagt Rolf Mäder, der die Firma in der dritten Generation leitet. Auch sonst hat er von seinem verstorbenen Vater Ernst, der die Ausstellung vor 46 Jahren mit Unterstützung seiner bis heute noch ab und zu im Unternehmen tätigen Gattin Ruth erstmals organisiert hat, viele Traditionen übernommen.

So wird die «Schmitte-Wurst» zusammen mit anderen Freiämter Olma-Spezialitäten nach wie vor auf dem Holzkohlen-Grill gebraten, spielt in der Schmitte-Beiz ab und zu eine Musik auf, kommt das Bier aus dem Zapfhahn, und ist die Pflege der Gemütlichkeit überhaupt ein zentrales Thema an der Ausstellung.

«Selbstverständlich wollen wir unsere breite Produktepalette attraktiv präsentieren und möglichst viele neue Maschinen und Geräte oder auch Occasionen verkaufen. Die Geselligkeit ist bei uns aber seit je ebenso wichtig. Hier waren schon immer alle Gäste willkommen, auch jene, die sich nicht speziell für Landmaschinen interessieren und in ihrer Wohnung im Mehrfamilienhaus auch keinen Rasenmäher brauchen», sagt Rolf Mäder.

An der Landmaschinen-Ausstellung Niederwil (so heisst sie richtig) treffen sich denn auch längst nicht mehr nur Bauern aus der Zentralschweiz und weiter entfernten Kantonen. Hier lassen Belegschaften von kleineren Firmen das Jahr ausklingen und feiert die halbe Niederwiler Bevölkerung Weihnachten nach und Silvester vor. Mit Kindern selbstverständlich, denn für sie gibt es bei Mäder stets ein spezielles Programm mit Tret- und Rasentraktoren sowie einem Fahrsimulator in einer richtigen grossen Traktorkabine. Die Olma in Niederwil ist für Gross und Klein zum letzten grossen Fest im Freiämter Jahresablauf geworden.

Natürlich gibt’s auch Technik: Modernste Traktoren (nicht nur blaue), ab 110 PS mit stufenlosem Getriebe, die neueste Pöttinger Kreiselschwader-Generation, die Durastar-Grubberspitzen, mit denen das Erdreich dank dem superharten Wolfram-Karbid-Stahl besonders effizient aufgebrochen werden kann. Und den Gallagher-Viehhüter, der den Bauern in der «Schmitte-Beiz» via Handy alarmiert, wenn die Kühe durch ein Loch im Zaun abzuhauen drohen. Schon längst verkauft Mäder auch Rasenmäher. Und Rasenroboter für jene, die es noch bequemer mögen. Ganz neu im Sortiment sind Sachentransport- und Pferdeanhänger sowie Elektroautos der Marke Biro, für die je nach Ausführung nicht einmal ein Fahrausweis nötig ist.

Freiämter Olma: Samstag, 26. Dezember bis Mittwoch, 30. Dezember, täglich von 9 bis 16.30 Uhr in Niederwil.

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