Muri

Freiämter Kirchenschänder muss nicht ins Gefängnis, aber darf nicht in Freiheit

Der Freiämter Kirchenschänder: Die Staatsanwaltschaft fordert eine stationäre Behandlung für psychisch schwer gestörte Täter.

Der Freiämter Kirchenschänder: Die Staatsanwaltschaft fordert eine stationäre Behandlung für psychisch schwer gestörte Täter.

Der Mann machte als Freiämter Kirchenschänder Schlagzeilen. Jetzt hat das Bezirksgericht Muri entschieden, dass er in einer Einrichtung einer ständigen Therapie absolvieren muss, bis die Gefahr einer Wiederholungstat gebannt ist.

«Ich habe in der Kirche böse Symbole gefunden und sie deshalb vernichtet», sagte der Freiämter Kirchenschänder Antonio M. an der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Muri am Mittwoch. Er entschuldigte sich dafür, dass er vielen Menschen Angst eingejagt habe.

Als Auslöser für seine Taten gab der Angeklagte an, er sei vom spirituellen Berater eines italienischen Fernsehsenders verflucht worden. Deshalb habe er ständig gebetet und das Gefühl gehabt, er müsse böse Symbole in den Kirchen zerstören.»

Gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten forderte die Staatsanwaltschaft eine stationäre Behandlung für den psychisch schwer gestörten Täter. Das Gericht folgte dieser Argumentation und sprach den Angeklagten wegen Schuldunfähigkeit frei.

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Allerdings muss sich der Mann einer stationären Massnahme unterziehen. Sonst bestehe die Gefahr einer Wiederholungstat, begründete das Gericht seinen Entscheid. Wie lange die Therapie dauert, hängt von den Fortschritten des Angeklagten ab.

Antonio M. war Anfang September 2012 verhaftet worden. Ein Ehepaar hatte beobachtet, wie er aus einer katholischen Kirche eine Figur entwendete. Das Paar notierte sich die Autonummer des Diebes, weshalb es für die Polizei ein Leichtes war, den Täter zu ermitteln und festzunehmen.

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In der Vernehmung gab der Italiener zu, für mehr als ein Dutzend Fälle von Kirchenschändung im Freiamt verantwortlich zu sein. Ausserdem gab er zu, zwei Autobrände gelegt zu haben. (ZA)

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