Auw

Freiämter Imkerin: «Weiden sind ein Frühlingsfest für Bienen»

Die Salweide vor dem Bienenhaus von Hedy Imbach blüht – ein Festmahl für ihre Bienenvölker.  ES

Die Salweide vor dem Bienenhaus von Hedy Imbach blüht – ein Festmahl für ihre Bienenvölker. ES

Imkerin Hedy Imbach freut sich: Jetzt machen sich Bienen wieder intensiv auf Pollensuche. Der Startschuss in eine fleissige Saison ist erfolgt.

Weiden bringen keinen Ertrag. Irrtum, sagt Hedy Imbach aus Auw, Imkerin mit Leib und Seele. Sie steht vor ihrem Bienenhaus in Auw und zeigt es: «Weiden sind ein Fest für die Bienen, sie bringen viel Pollen.» Und Pollen oder Blütenstaub sind die Nahrung für die Jungbienen.

Deshalb macht sich Imbach stark für die Weiden und ruft dazu auf, Weiden «in der Natur zu tolerieren». Oder anders gesagt: Die Weiden vermehrt stehen zu lassen beziehungsweise ihren Bestand zu fördern.

Weide als Startschuss

Wenn die Salweide blüht, dann bedeutet das für die Bienen so etwas wie der Startschuss in eine fleissige Saison. Die Weide ist das erste und wichtigste Eiweissfutter im Frühling, das für Bienen und andere Insekten zur Verfügung steht. Werden die Jungbienen mit zu wenig Pollen gefüttert, werden sie kurzlebig und krank. Dabei sind gesunde Bienenvölker für die Natur von grösster Wichtigkeit. Ohne sie würden Obstbäume und Beerensträucher nicht mehr befruchtet. «Es liegt also im Interesse aller, die Natur vielfältig zu erhalten», betont Imbach.

In den letzten Jahren sind aber Weiden vielfach verschwunden, gerodet, weil ihr Holzertrag unattraktiv ist. In privaten Hecken werden sie kaum mehr angepflanzt, weil sie die Pflege aufwändiger und arbeitsintensiver machen als bequeme, aber ökologisch wenig wertvolle Ziergehölze.

Steingärten bringen nichts

Hedy Imbach hält 40 Bienenvölker in Auw und in Muri. Schon ihr Vater hat Bienen gepflegt. «Ich bin da nach und nach reingerutscht», blickt sie zurück. Seit 20 Jahren engagiert sie sich auch im Bienenzüchterverein Muri und Umgebung. Mit Sorge nimmt sie nicht nur den Rückgang der Weiden zur Kenntnis, sondern auch das Aufkommen von Steingärten und die zahlreichen Rasenflächen. «Das sind keine Paradiese mehr für Bienen und Insekten.» Deshalb regt sie an, auch im privaten Garten vermehrt einheimische Blütensträucher zu pflanzen.

Rund ums Bienenhaus von Hedy Imbach summt es. Der grosse Weidenstrauch davor ist in voller Blüte. Die Bienen tummeln sich zu Hunderten darin, tragen Pollen ins Bienenhaus, schwärmen wieder aus. «Ohne Bienen», sagt Imbach, «würde sich die Natur innert weniger Jahre massiv verändern.» Die Abnahme von befruchteten Beerensträuchern würde sich beispielsweise auf den Bestand der Vögel und des Wildes auswirken. «Deshalb setzen wir Imker uns für eine intakte Natur ein.» In dieser hat für Imbach die Weide einen besonderen Platz als erste grosse Bienennahrung im Frühling.

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