450 Ringerfreunde erlebten in der neuen Merenschwander Sporthalle einen gefreuten allerersten Sportanlass. Die Ringerstaffel Freiamt fegte Hergiswil mit 9:1-Siegen und dem Gesamtresultat von 28:9 von der Matte.

Weder die Vereinsleitung noch das Publikum hatten einen so klaren Startsieg in die neue Mannschaftsmeisterschaft erwartet. Selbst die Ausfälle im Team der Luzerner Hinterländer erklären den Kantersieg nur halbwegs.

Der seit vergangenem November tätige neue Cheftrainer Adi Bucher hat seinen Ringern offensichtlich eine neue Mentalität eingeimpft. Alle zehn Ringer traten mit viel Selbstvertrauen und taktischem Geschick auf die Matte und sorgten in Serie für Überraschungen.

Selbst Buchers Abwesenheit infolge eines privaten Termins fiel nicht ins Gewicht und symbolisierte den neuen Teamgeist in der Freiämter Staffel. Der ehemalige Cheftrainer Marcel Leutert, der noch immer zum Trainerstab gehört, coachte die erfolgshungrige Mannschaft zum hohen Sieg.

Keine Schwäche

Leutert strahlte über beide Backen: «Das war das Ziel. Wir wollten zu Saisonbeginn ein Zeichen setzen. Weil es im Kopf wieder stimmt, gelang uns dies vom ersten Kampf weg.» Just Marcel Leuterts Zwillingssohn Nino lancierte die Freiämter Zweikampfgala. Der 17-jährige Ottenbacher setzte sich gegen den körperlich überlegenen Patrick Rölli mit erstaunlicher Übersicht 14:4 durch. Noch zu Jahresbeginn hatte Nino Leutert dieses Duell klar verloren.

An diese Überraschung knöpfte Roman Zurfluh an. Der Dietwiler liess vergessen, dass er eben eine schwere Knieverletzung überstanden hat. Nach anfänglichem Rückstand konterte er den vermeintlich übermächtigen Akos Korica Mal um Mal aus und siegte 10:3.

In diesem Stil setzte sich Freiamts Siegeszug fort. Die Teamstützen Randy Vock und Pascal Strebel siegten durch technische Überlegenheit, der Freiburger Zuzug Manuel Jakob entzauberte Schweizer Meister Martin Grüter 8:0. Selbst Nationalliga-A-Neuling Marc Weber, der von Thalheim zu Freiamt wechselte, zeigte bei seiner Niederlage eine gefreute Leistung und steuerte 1 Mannschaftspunkt bei.

Volle Konzentration

Leutert gestand am Schluss, dass auch er vom klaren Resultat überrascht sei. «Nach der letzten Saison gingen uns die Augen auf. Änderungen waren nötig. Diese haben wir vollzogen.»

Der temporäre Coach warnte aber auch: «Der hohe Sieg gibt uns viel Selbstvertrauen. Aber zu viel Euphorie wäre gefährlich. Wir müssen uns ab Montag mit voller Konzentration auf den Auswärtskampf in Einsiedeln vorbereiten.»