Wohlen

Freiämter Betriebe ermöglichen einen kleinen Einblick in die grosse Berufswelt

Bei «Berufe Wohlen+» lernen Jugendeliche Berufe, Betriebe und Karrieremöglichkeiten kennen.

Die Entscheidung, in welche Richtung man seine Karriere starten will, muss schon früh getroffen werden. Umso wichtiger ist es für Kinder und Jugendliche einen Einblick in die Berufswelt zu bekommen.

Zum fünften Mal ermöglicht «Berufe Wohlen+» genau dies. Während zweier Tagen können Jugendliche verschiedene Betriebe in der Region Wohlen besuchen. Sie erhalten eine Führung durch den Betrieb, Karrieremöglichkeiten erklärt und können auch selber Hand anlegen.

Telematiker ist nicht gleich Informatiker

Obwohl die Themenbereiche und Tätigkeiten von Informatiker und Telematiker immer mehr zusammenhängen, gibt es immer noch einige Unterschiede. Die Firma Dreikom ist seit Beginn beim Projekt «Berufe Wohlen+» mit dabei, um über genau diese Unterschiede aufzuklären.

Nach einer kurzen Einleitung des Mitinhabers und Mitgründers Erich Roth, erklärten die beiden Lehrlinge Noah, im vierten Lehrjahr, und Nick, im zweiten Lehrjahr, den Aufgabenbereich eines Telematikers.

Viele der Jugendlichen wussten nicht genau, was alles zum Aufgabenbereich eines Telematikers gehört. Entgegen was der Name denken lässt, setzt sich ein Telematiker nicht mehr nur mit Telefonen auseinander, sondern vor allem mit Netzwerkkommunikation, Firewalls und Gebäudeinformatik.

Einigen der Jugendlichen war der Unterschied aber auch schon vorher bewusst. Jan, 14 Jahre, sagte: «Ich habe Telematiker und Informatiker zum Anschauen gewählt, um die Unterschiede der Berufe besser zu sehen.»

Dieser liegt vor allem beim Praktischen. Während die Arbeit eines Informatikers vor allem vor dem Computer stattfindet, muss ein Telematiker Kabel selber verlegen und auch alle nötigen Anschlüsse installieren können.

Die Firma Dreikom erhofft sich natürlich, einige der Jugendlichen für den Beruf begeistern zu können. Zurzeit hat die Firma 21 Angestellte und bekommt etwa jedes zweite Jahr einen neuen Lehrling.

«Viele die eine Lehre als Telematiker machen, tun dies nur als zweite Wahl», sagt Erich Roth. Obwohl sich die beiden Berufe immer ähnlicher werden. Die Firma Dreikom, die vorher TeleComTech GmbH hiess, hat vor einigen Jahren sogar mit einer IT-Firma fusioniert.

Mit Holz, Stein und Glas feilen, sägen und bohren

Die Schreinerei Schmid GmbH ist ebenfalls zum fünften Mal dabei. Die Führung übernahm hier der Chef persönlich, Stephan Schmid. Bei den praktischen Teilen erhielt er Unterstützung von seinen beiden Lehrlingen, Peter, im vierten Lehrjahr, und Tobias, im zweiten Lehrjahr.

Die beiden sind momentan die einzigen Auszubildenden des Betriebs. Schmid erklärte zu Beginn: «Als Schreiner hat man heutzutage zwei Ausbildungsmöglichkeiten. Man kann die Ausbildung zum Schreiner EFZ machen, die drei Jahre geht oder die verkürzte Lehre als Schreiner EBA die nur 2 Jahre dauert. Die Weiterbildung als Schreiner EFZ ist bei der verkürzten Lehre immer noch möglich.»

Nach Abschluss der Lehre als Schreiner hat man aber noch andere Möglichkeiten, als nur handwerklich tätig zu sein. Mit dem erlernten Fachwissen ist es durchaus vorstellbar, später in den Verkauf oder die Beratung einzusteigen.

Obwohl inzwischen viel des Schreinerdaseins mit Büroarbeit und Planung zu tun hat, lag der Fokus auf dem, weswegen die meisten gekommen sind: Arbeiten mit Holz. Die Jugendlichen konnten selbst einen Stifthalter herstellen.

Der erste Schritt ist normalerweise das Anfertigen eines Bauplans. Dieser Schritt übernahm aber im Voraus Stephan Schmid. Also ging es direkt zum Anzeichnen der Position und Grösse der Löcher. Danach konnte an zwei verschiedenen Bohrmaschinen selbst Hand angelegt werden.

Nach erfolgreichen Bohren mussten nur noch die Kanten geschliffen werden und der Stifthalter war fertig. Sandro, 13 Jahre, war schon vorher bei seinem Götti Schnuppern und sein Vater ist ebenfalls Schreiner. Auch für Kevin, 14 Jahre, kam der Beruf schon vorher infrage. Er sagte: «Mir macht es einfach Spass, mit Holz zu arbeiten.»

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