Die Villmerger Unternehmen Powernuts gehört heute zu den führenden Schweizer Firmen mit dem Rohstoff Hanf – vorwiegend in der Nahrungsmittelbranche. Bei den angebotenen Produkten handelt es sich um Hanfsamen, auch Hanfnüsse genannt. Seit Jahrhunderten werden sie konsumiert.

Die Samen stammen von Hanf-Nutzpflanzen (Cannabis sativa) und sind Bio-Zertifiziert. Die Hanfsamen enthalten für den Körper wichtige Vitamine und hochwertige Proteine, die in lebenswichtige Aminosäuren umgewandelt werden, dadurch schützen sie vor Mangelerscheinungen.

Für die gute Bekömmlichkeit ist das Protein Globulin Edestin zuständig. Die geschälten Nüsse sind klein und braun bis grüngrau, sie schmecken fein-nussig und können vielseitig etwa zum Müesli und Salat verwendet werden.

Das kaltgepresste Hanföl versorgt den Körper zudem mit essenziellen Omega-3- und -6-Fettsäuren, dazu zählt die Gamma Linolsäure, die entzündungshemmend wirkt.

Mit seinem nussigen Geschmack eignet sich das Hanföl hervorragend für Salate. Das Öl sollte nicht erhitzt werden, die wertvollen Inhaltsstoffe werden dabei zerstört. Da Hanf eine eher anspruchslose Pflanze ist, geschieht der Anbau ohne Chemie.

Zu den grösseren Anbietern in der Umgebung zählt sicher die Landi Freiamt, die die Produkte in seinen Volg-Läden anbietet. Zunächst sei man beim Thema Hanf ein bisschen skeptisch gewesen, berichtet Volg-Bereichsleiter Roman Villiger. Dann habe man mitbekommen, wie gut die Produkte bei den Kunden ankommen und sei sehr zufrieden mit der grossen Nachfrage.

Feines Brot und Gebäck

Weiterverarbeitet findet der Käufer Hanfsamen und -mehl auch in Bäckereien vor. In Bremgarten bietet Benny’s Bio Panetteria das «Pain Sativa» an, wobei Sativa auf den Nutzhanf mit sehr niedrigem THC-Gehalt hindeutet, erklärt Benny Schaufelbühl.

Die Idee, ein Hanfbrot ins Sortiment aufzunehmen hatte er schon vor 27 Jahren, also seit er den Betrieb hat. Allerdings wäre das zu der Zeit schwierig gewesen, so Schaufelbühl, heute sind die Leute offener und die Vorurteile geringer.

«Ausserdem wird ein gutes Brot immer geschätzt», betont er. Zum Brot, das er seit zwei Jahren anbietet, sagt er: «Das Brot hat einen guten Nährwert, besteht aus Dinkel- und Hanfmehl und den Nüsschen, ist nussig im Geschmack und gut bekömmlich.»

Rüeblikuchen und Birreweggen

Beim Rüebliland Beck sind sogar drei Hanfprodukte in Planung. Ende August soll in den Filialen ein Urdinkel-Hanfbrot erhältlich sein, teilt Betriebsleiter Hans-Peter Dick mit.

Ausserdem seien ein Hanfrüeblikuchen sowie Birreweggen mit Hanf in Vorbereitung. Zurzeit sei die Nachfrage nach Naturprodukten hoch, berichtet Dick, und da sei die Bäckerei durch den Kontakt zu «Powernuts» Anfang 2015 auf die Idee gekommen, Hanfnüsse und Hanfmehl zu verarbeiten.

Ein Thema sei dabei auch, Vorbehalte abzubauen und auf die wertvollen Inhaltsstoffe des Nutzhanfes hinzuweisen, so der Betriebsleiter. Zunächst habe man überlegt, ältere Hanfbrotrezepte zu nutzen, die gebe es nämlich.

Letztendlich sei man dann auf eine Mischung mit dem beliebten Urdinkelmehl gekommen. Im Juni begannen dann erste Tests, um die Backfähigkeit der Hanfprodukte zu prüfen.

«Nach dem dritten Test hatten wir schon ein anständiges und bekömmliches Brot», erzählt er. Danach gab es noch ein paar Verfeinerungen, das verlief alles ohne Probleme. Das Urdinkel-Hanfbrot ist noch bis am 29. August in den Filialen als Wochenbrot erhältlich, im September dann als Monatsbrot.