Wohlen
Frech wie Stechmücken: Die finale Vorstellung der «Aaschmierer»

Die Fasnachtsclique sagt nach 25 Jahren Adieu. Eine kleine Auswahl der griffigsten Sprüche der letzten zwei Jahrzehnte.

JÖRG BAUMANN
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Die «Aaschmierer» Urs Wiederkehr, Urs Senn und Markus Stutz auf ihrer Abschiedstournee.

Die «Aaschmierer» Urs Wiederkehr, Urs Senn und Markus Stutz auf ihrer Abschiedstournee.

BA

Frech wie Stechmücken glossierte die Wohler Schnitzelbankclique «D Aaschmierer» in den letzten 25 Jahren an der Fasnacht alles, was ihr missfiel. Immer wieder kamen die Politiker an die Reihe, häufig Gemeindeammann Walter Dubler. «D Aaschmierer» schlossen ihre Karriere auf der Schnitzelbankbühne kürzlich ab. Die besten Verse boten sie an der Finissage im Rondell der Kantonsschule zum Besten und verkauften die 300 Fasnachtshelgen, die in den letzten 25 Jahre entstanden, im «Schnuutz». Der Erlös kommt dem Kinderhort Peter Dreifuss in Wohlen und dem Reusspark zugute. Den genauen Betrag geben die «Aaschmierer» später bekannt.

Beitrag aus Kulturkasse

«Fasnacht ist auch Kultur», bemerkte die Kultursekretärin Claudia Nick. So stellte sie sich zusammen mit einigen Mitgliedern der Kulturkommission zur Verfügung, um den Erlös aus dem Verkauf der Fasnachtsbilder zu kassieren, die der pensionierte Zeichnungslehrer Urs Wiederkehr für seine Kollegen Urs Senn und Markus Stutz und natürlich für das Publikum in den letzten 25 Jahren kreierte. Aus der eigenen Kasse bezahlte die Kulturkommission den Apéro, den die Frauenfasnachtsgruppe «Wohler Sirene» den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern servierte.

«Unsere Ehefrauen haben uns immer machen lassen. Dafür sind wir ihnen dankbar», sagte Urs Senn schmunzelnd. «Vor 25 Jahren traten wir noch in der alten ‹Schönau› auf», erinnerte sich Markus Stutz. Und Urs Wiederkehr erläuterte, was einer guten Fasnachtsqualität die nötige Würze gibt: «Man muss sofort drauskommen, worum es geht».

Aktuell waren die «Aaschmierer» schon immer. So machten sie sich schon 1992 über Wohlen lustig, wo nur geplant, aber nie gebaut werde: «Zum Früühre tuesch in Norde fahre, zum Schwitze flüügsch uf d’Baleare. Uf Indie gosch zum Meditiere, uf Münche, wenn wotsch tüchtig biere, und uf Wole chunsch – das im Vertroue -, wenn nur wotsch plane und nid boue.»

Und als die damalige Bundesrätin Ruth Metzler sich im Jahr 2000 für einen Besuch in Wohlen aufgehalten hatte, stachen die «Aaschmierer» gleich wieder giftig zu: «Nach ihrem Bsuech do z’Wole obe isch d’Frau Metzler Uskunft choge hole. ‹Sägid›, frogt sie, ganz verwirrt, ‹wasch das füre eine gsy, wo wirr sy Grind uf jedem Bild het welle?› Klar, de Dubler, euse Selbstdarsteller!».

Vermisst: Das politische Niveau

2004 machten sich die «Aaschmierer», die gegen vierhundert Schnitzelbänke produzierten, über das politische Niveau in Wohlen lustig, das vierzehn Arbeiter beim Graben vor dem Gemeindehaus selbst in der Tiefe von 90 Metern nicht gefunden hätten.

Und natürlich durfte die Freiämter Bundesrätin Doris Leuthard in einem Vers nicht fehlen. «Alli Lüüt sind stolz und stellid Bruscht, jede zwöit hed schiints mit ihre duscht! Ich hoff, d’Lüüt göhnd i schlimmere Tage denn au mit ihre chalt go baade!» Der Spruch hatte 2007, lange vor der Energiestrategie 2050, etwas Visionäres an sich. Zum Schluss bekannten die «Aaschmierer», dass ihnen das «Värsli brünzle, s’zeichne und s’singe» mächtig gefallen habe. Uns auch.