Letztes Jahr durfte ich über den Samichlaus in Sarmenstorf und das Jugendforum schreiben, das das «Chlausen» organisiert. Ob ich denn nicht Lust hätte, einen Einsatz bei Familien als Helfer des Nikolaus zu begleiten, fragten Muriel Willborn und Judith Bütler vom OK.

Klar hatte ich Lust. Am Mittwochabend half ich bei den Vorbereitungen. Für mich eine neue Erfahrung, denn ich komme aus dem evangelisch geprägten Norddeutschland. Als Kind erlebte ich Nikolaus und Knecht Ruprecht meistens so, dass am Morgen des 6. Dezembers die blankgereinigten Schuhe mit Naschkram gefüllt waren.

Für den Familieneinsatz am Samstag traf ich in schwarzen Klamotten im Pfarrsaal die anderen Schmutzli und die Samichläuse. Damit wir Schmutzli schön schmutzig aussahen, schminkten wir uns ordentlich schwarz, denn die Helfer des Samichlauses in Sarmenstorf arbeiten als Köhler im Wald. «Vergesst nicht die Ohren zu schwärzen», erinnerte uns Muriel Willborn lachend. Zum Schluss suchten wir Umhänge und Bärte aus. Wobei so ein Bart schon ein bisschen in der Nase kitzelt.

Unsere Gruppe bestand aus drei Schmutzli, jeder bekam eine Aufgabe. Meine bestand darin, den Leinensack mit den Ruten zu tragen und dem Samichlaus eine zu reichen, wenn er danach fragte. Daneben gab es den Geschenke- und den Geld-Schmutzli, der auch die Kuhglocke trug, um uns anzukündigen. Als wir im Wohnzimmer standen, machten die Kinder grosse, erwartungsvolle Augen. Wobei der Heilige Mann mit Abstand die meisten ehrfürchtigen Sympathiebekundungen bekam. Kein Wunder, erzählte er doch den Kindern eine schöne Geschichte. Auch wenn es danach Lob und Tadel für das Verhalten im aktuellen Jahr gab, so hatte der Samichlaus doch Geschenke dabei. Die verteilte er, nachdem die Kinder ein Versli oder Lied vorgetragen hatten.

Wir Schmutzli, die nur zustimmend nicken oder brummen durften, wurden ängstlich bis neugierig betrachtet, bekamen aber ab und zu auch tolle selbst gemalte Bilder und Lebkuchen geschenkt. Allein schon wegen der leuchtenden Kinderaugen ist so ein Abend als Schmutzli ein bereicherndes Erlebnis. Was ich ausserdem beeindruckend fand: Wenn wir unterwegs Passanten begegneten, wurden wir freudig gegrüsst, und vorbeifahrende Autofahrer hupten und winkten uns zu.