Wieder einmal tief in die Vergangenheit von Muri eintauchen? Fotos aus dem Archiv Stenz machen das möglich. Die Ausstellung der Sammlung Murensia gibt einen Einblick ins Schaffen des früheren Murianer Fotografen Josef Stenz, der dieses Jahr den 100. Geburtstag feiern könnte. Die ausgewählten Fotografien aus den Jahren 1954 bis 1956 werden ergänzt durch Objekte aus seinem Fotostudio und durch Gemälde, die er nach seinem aktiven Berufsleben ausgeführt hat. Die Vernissage ist am Freitag, 1. Juni, 17 Uhr, im Hotel Ochsen. Sie dauert bis 24. Juni und ist jeweils Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr im Saal des Hotels Ochsen zu sehen.

Josef Stenz, der 1990 seine Berufstätigkeit als Fotograf aufgab und 2012 verstarb, hat unzählige Porträtfotos gemacht, Hochzeiten und Firmungen fotografiert, für Industrie und Gewerbe Bilder geschossen sowie Land und Leute im Alltag aufgenommen. Mit Hochzeitsreportagen war er fast dauerbeschäftigt. «Das habe ich mit viel Freude gemacht», sagte Stenz vor fast zehn Jahren gegenüber der AZ, als die Kulturstiftung St. Martin in Muri ihr 40-jähriges Bestehen unter anderem mit einer Ausstellung über ihn und seine Arbeit feierte.

Der Murianer Fotograf Josef Stenz 2009 in seinem Garten in Muri. Archiv/ES

Der Murianer Fotograf Josef Stenz 2009 in seinem Garten in Muri. Archiv/ES

Vor der Zeit der Hochzeitsreportagen war es üblich, dass sich das Brautpaar im Atelier ablichten liess. «Für die Hochzeitsfotos von Brautpaaren im Atelier hatten wir immer ein Bouquet aus Kunststoffblumen und weisse Handschuhe bereit für den Fall, dass die Brautleute den Blumenschmuck vergessen hatten.» An einem Samstag, daran erinnerte sich Stenz noch genau, hat er 13 Hochzeiten im Atelier «durchgelassen.» So richtig «abverheit» ist ihm keine seiner Arbeiten. «Einmal habe ich einen der Filme einer Hochzeitsreportage verloren», erzählte Stenz. Und einmal hat ein technischer Defekt an einer Kamera «für unscharfe Ohren» gesorgt. Sonst aber konnten sich die Kundinnen und Kunden auf die Professionalität und Zuverlässigkeit des Murianer Fotografen verlassen.

Negative aufbewahrt

Als Stenz 1990 seine Berufstätigkeit als Fotograf aufgab, wollte er «Von dem Zeugs» eigentlich gar nichts mehr wissen. Er verkaufte seine Liegenschaft am Kreisel und kam mit dem Käufer Urs Strebel von der Grolimund AG, überein, dass dieser die Negative aufbewahrte. Diese wurden viel später von Bernhard Matter und Bernhard Kägi im Auftrag der Stiftung Murikultur gesichtet und erfasst.

«Ich habe immer versucht, den Menschen so zu fotografieren, wie er ist», fasste Stenz seine Arbeit zusammen.» Das wird auch in der Ausstellung zu sehen sein. «Erleben Sie Muri auch durch wiederentdeckte Aufnahmen seines Vaters und Vorgängers Joseph Stenz Senior, der in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts in Muri als Porträt- und Alltagsfotograf tätig war und faszinierende Bilder aus seiner Zeit hinterlassen hat», locken die Organisatoren.

Fotoausstellung Archiv Stenz, Vernissage Freitag, 1. Juni, 17 Uhr, Saal Hotel Ochsen, Dauer der Ausstellung bis 24. Juni, Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Eintritt frei.