Bremgarten
Forstbetrieb Bremgarten-Wohlen-Waltenschwil erhält den Waldpreis 2013

Der Forstbetrieb hat die Auszeichnung wegen seiner innovativen und nachhaltigen Christbaumproduktion erhalten. Jedes Jahr zieht der Betrieb rund 13 000 Freiämter Christäume hoch.

jörg baumann
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Daniel Juchli vom Waldwirtschaftsverband (links) übergibt Oberförster Anton Bürgi und Revierförster Leonz Küng den Waldpreis 2013. BA

Daniel Juchli vom Waldwirtschaftsverband (links) übergibt Oberförster Anton Bürgi und Revierförster Leonz Küng den Waldpreis 2013. BA

Für seine innovative und nachhaltige Christbaumproduktion erhält der Forstbetrieb Bremgarten-Wohlen-Waltenschwil (BWW) den Waldpreis 2013. Den Preis stiftet der Waldwirtschaftsverband Freiamt-Lenzburg, der seine Mitgliederversammlung in Bremgarten abhielt. Vizeammann Daniel Juchli, Zufikon lobte die Preisträgerin für ihre initiative Geschäftspolitik. «Vom Holzverkauf allein kann ein Forstbetrieb nicht mehr leben», meinte Juchli, der im Vorstand des Waldwirtschaftsverbandes Doris Stöckli, Hermetschwil, ab 2014 Stadträtin in Bremgarten, Platz machte.

Mit grossem Einsatz am Werk

Der mit dem Waldpreis ausgezeichnete Forstbetrieb zieht jedes Jahr auf einer Anbaufläche von 15 Hektaren zwischen 12 000 und 13 000 Christbäume hoch und verkauft diese zur Hauptsache an Grossverteiler, Händler und andere Forstbetriebe. Der Revierförster Leonz Küng nahm den Preis sichtlich stolz entgegen, bemerkte aber, dass die Auszeichnung nicht ihm gehöre, sondern seinen einsatzfreudigen Angestellten und Lehrlingen. Sie seien auch vor Tageseinbruch im Einsatz, um die Kulturen zu pflegen.

Nach dem früheren Stadtammann von Bremgarten, Peter Hausherr, der die enormen Leistungen der Ortsbürgergemeinde Bremgarten in den Vordergrund rückte, sprach Verbandspräsident Hanspeter Gehrig (Ammerswil) Klartext. Gehrig kritisierte das Sparprogramm des Aargauer Regierungsrates, das auch die Beiträge an die Forstbetriebe vor einer drastischen Kürzung weit unter die Schmerzgrenze nicht verschonen wolle. Bei der Umsetzung des Sparprogrammes hoffe er auf die Schützenhilfe jener Grossräte, die sich für den Wald einsetzen wollten, sagte der Verbandspräsident.

Gehrig stellte für die Waldspielgruppen und Schnitzelplätze einen Leitfaden in Aussicht, der die Nutzung des Waldes in geordnete Bahnen lenken soll. Die Beratungskampagne für die Holzschnitzelheizungen der zweiten Generation sei gut angelaufen und werde weitergeführt. Weiter unterstützt der Verband die Beteiligung an der Holzer-Weltmeisterschaft im September in Brienz. Ein düsteres Bild auf die wirtschaftliche Lage der Aargauer Forstbetriebe entwarf Theo Kern, Geschäftsführer des Aargauischen Waldwirtschaftsverbandes.

Forstbetriebe in den roten Zahlen

Die Mehrheit der Forstbetriebe sei defizitär und lebe von der Substanz. Eine wesentliche Erholung an der Preisfront sei nicht in Sichtweite. Anton Bürgi, Oberförster des Forstbetriebes BWW, hielt fest, dass 2014 die Gemeinden Dottikon und Hägglingen definitiv dem unter dem neuen Namen firmierenden «Forstbetrieb Wagenrain» angeschlossen würden. Die beiden Forstbetriebe werden bereits heute vom regionalen Forstbetrieb betreut, führen aber noch eine eigene Rechnung.