Die Marktstrasse ist nach wie vor das eigentliche Zentrum von Sarmenstorf. Dort sind die Läden, die Restaurants, die Schulanlage und das Gemeindehaus. Die Bedeutung dieser Strasse wurde an einer Informationsveranstaltung zum Projekt «Fokus öffentlicher Raum» einmal mehr bestätigt. Die Marktstrasse ist aber auch eine Kantonsstrasse und wird als wichtige Verbindung vom Seetal ins Bünztal stark befahren. Mittelfristig steht eine Sanierung von Werkleitungen und Strassenbelag an, und das sieht der Gemeinderat als Chance, die zum Teil unbefriedigende Situation im Zentrum zu optimieren. Sarmenstorf beteiligt sich als Pilotgemeinde am Projekt «Fokus öffentlicher Raum», das von der Abteilung Raumentwicklung des Kantons lanciert worden ist. Ziel ist es, den Gemeinden aufzuzeigen, wie öffentliche Räume dank guter Planung mit vergleichsweise wenig Geld aufgewertet werden können.

Gemeinde und Kanton sind Auftraggeber des Konzepts, ausgearbeitet wird es unter der Regie der Abteilung Raumplanung von einem Team aus spezialisierten Fachleuten unter Begleitung eines Gremiums aus externen Fachexperten, lokalen Interessenvertretern sowie Fachvertretern der kantonalen Abteilungen Verkehr und Tiefbau.

Erste Ideen präsentiert

In einer ersten Phase sind nun die nötigen Grundlagen erarbeitet und der Bevölkerung am Samstag an einer gut besuchten Informationsveranstaltung in Form eines Zwischenergebnisses präsentiert worden. Daniela Bächli, Projektleiterin Siedlungs- und Landschaftsplanung im Kanton, betonte, dass es sich bei den gezeigten Plänen noch keineswegs um ein fertiges Konzept handle. «Wir zeigen damit lediglich die gewünschte Richtung auf, die wir einschlagen möchten. Für einzelne Projekte gibt es da noch viel Spielraum.» Grundsätzlich gehe es bei dieser Planung darum, aufzuzeigen, wo an der Marktstrasse in Sarmenstorf noch Freiräume bestünden und wie man diese allenfalls bewahren und gestalten könnte. In die Aufnahme des Istzustandes sind auch Schülerinnen und Schüler mit einbezogen worden. Man hat sie nach den von ihnen bevorzugten Plätzen befragt und von ihnen auch wissen wollen, in welchen Bereichen die Situation für sie auf dem täglichen Schulweg nicht ideal sei.

Lindenplatz in erster Priorität

Lukas Schweingruber, Landschaftsarchitekt vom Zürcher Büro Vulkan, ging auf einzelne Elemente der Planung ein. Zu bewahren, erklärte er, gelte es entlang der Marktstrasse unter anderem den schönen Baumbestand, die markanten Gebäude sowie verschiedene attraktive Vorplätze, Mauern und Hecken. Davon habe man in einer ersten Phase eine Art «Schatzkarte» erstellt. Ziel sei es nun, den Istzustand schrittweise zu optimieren. Passieren wird das nicht in einem Zug, sondern nach und nach im Zuge von Veränderungen, die ohnehin anstünden.
Priorität hat für Schweingruber der Lindenplatz. Für ihn der schönste Ort im Dorf, der leider vor allem als Parkplatz genützt werde. Der Planer sieht die Möglichkeit einer Aufwertung darin, dass man die Langzeit-Parkplätze in den hinteren Raum verschiebt und zumindest einen Teil des Lindenplatzes autofrei macht. Wie aus der Informationsveranstaltung hervorging, dürfte ein solches Vorhaben aber kaum ohne Widerstand umsetzbar sein.