Widen
Flugzeuge schwirren an der Meisterschaft durch die Turnhalle

René Siegrist besitzt rund 30 Modellflugzeuge und ist Mitorganisator der Indoor-Kunstflug-Meisterschaft in Widen. 27 Modellflugzeugpiloten nehmen an der Schweizermeisterschaft teil. Siegrist erklärt die Kategorien und das Spezielle am Indoor.

Lisa Stutz
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Modellflugzeugpilot René Siegrist aus Berikon mit seinem Lieblings-Indoor-Modell «Disney».

Modellflugzeugpilot René Siegrist aus Berikon mit seinem Lieblings-Indoor-Modell «Disney».

Farbige Modellflugzeuge fliegen an der Schweizer Meisterschaft schwierige Manöver, machen Loopings und komplizierte Drehungen – dabei muss der Modellflugzeugpilot besonders aufpassen, dass sein Gerät nicht plötzlich mit der Sprossenwand kollidiert. Denn die Indoor-Kunstflug-SchweizerMeisterschaft findet in einer Turnhalle statt. Genauer gesagt in der Dreifachturnhalle Burkertsmatt in Widen. «Sie ist perfekt fürs Modellflugzeugfliegen», erklärt René Siegrist, Mitglied der «Indoor Flyers Mutschellen» und Mitorganisator der Meisterschaft. «Die Hallen sind sehr hoch gestaltet, und auch sonst ist die Burkertsmatt von den Ausmassen her ideal.» Heute in einer Woche findet der Wettkampf statt, 27 Modellflugzeugpiloten nehmen teil. Doch, wo liegt der Reiz, seine Flieger in einer grauen Turnhalle herumzusteuern? «Der grösste Vorteil ist, dass man nicht nach draussen gehen muss», erzählt Siegrist. «So kann man diesen Sport auch im Herbst und im Winter ausüben.» In den wärmeren Jahreszeiten fliegen er und die meisten seiner Sport-Kollegen aber auch im Freien. «Draussen ist natürlich die Umgebung viel schöner und intensiver. Doch die Turnhallen-Atmosphäre nehmen wir gerne in Kauf, wenn wir dafür auch im Winter modellfliegen können.»

Natürlich unterscheiden sich die Indoor-Modellflugzeuge von den Outdoor-Geräten: «Die Modelle für den Flug in einer Turnhalle sind viel leichter als die Aussenflugzeuge», erklärt Siegrist. «Sie wiegen zwischen 80 und 120 Gramm und sind aus dem Material Depron.» Die Modelle für draussen seien aus Holz oder aus anderen Materialien hergestellt. Eine Spannweite haben die Indoor-Flieger von 80 bis 100 Zentimetern. Siegrist selbst besitzt um die 30 Modellflugzeuge. «So viele haben aber nicht alle, das ist nicht die Norm», erklärt er. «Ich liebe es einfach, an den Flugzeugen herumzubasteln und gönne mir dieses Hobby.» Der grosse Reiz am Modellflugzeugsport sei für ihn, neben dem Fliegen auch die Geräte optimieren zu können und somit handwerklich tätig zu sein. «Und natürlich gefällt mir im Verein auch der Austausch mit Gleichgesinnten.»

An der Meisterschaft gibt es vier Kategorien: A, B, C und «Aero-Musical». René Siegrist erklärt: «Die A-Kategorie ist die anspruchsvollste, C die einfachste. In der Kategorie ‹Aero-Musical› wird der Modellflugzeugpilot eine Kür vorführen, die er selbst einstudiert und inszeniert hat.» Bei den anderen Kategorien ist ein bestimmtes Programm vorgegeben. Das heisst, alle Teilnehmenden derselben Kategorie müssen die gleichen Figuren im selben Ablauf vorführen. «Mehrere ausgebildete Punktrichter werden die Darbietungen nach Figuren und Flugstil bewerten. Die Manöver müssen harmonisch und präzise sein, das gibt Punkte», so Siegrist. Zu gewinnen gibt es einen Gutschein von einem Modellgeschäft. «Und das Ansehen von anderen Modellflugzeugsportlern», lacht Siegrist. Er selbst macht an der Meisterschaft nicht mit: «Da ich im OK bin, habe ich schlichtweg keine Zeit. Viele Teilnehmer üben ein ganzes Jahr lang für die Meisterschaft.»

Die Schweizer Meisterschaft findet am 10. März von 9 Uhr bis 17 Uhr in Widen statt.

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