Unterlunkhofen

Fit für die Zukunft: Solardach über Kläranlage ist vorstellbar

Für die Installation eines Solarfaltdachs geeignet: die Klärbecken in der ARA Kelleramt in Unterlunkhofen.

Für die Installation eines Solarfaltdachs geeignet: die Klärbecken in der ARA Kelleramt in Unterlunkhofen.

In der ARA Kelleramt in Unterlunkhofen herrschen ideale Voraussetzungen für die Stromproduktion mit Fotovoltaik. Grund dafür sind der permanent hohe Strombedarf und die grossen Flächen. Es ist mit Investitionen von etwa 400'000 Franken zu rechnen.

Das Abwasser von über 14'000 Einwohnern in acht Gemeinden reinigt die Kläranlage in Unterlunkhofen. Nun soll die ARA für die Zukunft fit gemacht werden. Erwogen wird deshalb im Vorstand des Abwasserverbands Kelleramt die Installation einer Solarfaltdachanlage über den Klärbecken. Geplant sind ferner eine eigene Schlammentwässerung sowie die Aufrüstung der biologischen Reinigungsstufe.

Der permanent hohe Strombedarf und die grossen Flächen in einer Kläranlage sind ideale Voraussetzungen für eine zeitgemässe dezentrale Stromproduktion. Eine erste Abklärung hat ergeben, dass eine Solarfaltdachanlage über den Klärbecken der Abwasserreinigungsanlage realisierbar wäre.

Solarstromproduktion von 155'000 kWh liegt drin

Gibt es Beispiele von Solarfaltdachanlagen in Kläranlagen, wie viel würde eine solche Einrichtung kosten und wie viel Strom könnte sie pro Jahr liefern? Die Antworten auf diese Fragen erhielt die AZ von Anton Burkart, dem Präsidenten des Abwasserverbands Kelleramt: «Es gibt bereits mehrere Kläranlagen mit einer Solarfaltdachanlage. Wir verfügen über die entsprechenden Informationen und Referenzen. Dieses Vorhaben hängt natürlich auch mit dem Umweltgedanken zusammen. Immerhin rechnen wir mit einer Stromproduktion aus Sonnenenergie von etwa 155'000 Kilowattstunden pro Jahr. Dies entspricht rund 20 Prozent der in unserer ARA benötigten elektrischen Energie.»

Weiter führte er aus, dass mit Investitionen von etwa 400'000 Franken zu rechnen wäre. «Aber bevor dieses Projekt weiterverfolgt wird, möchte der Vorstand des Abwasserverbands die Schlammentwässerung und die Biologieaufrüstung realisieren», hielt Präsident Burkart fest.

Für Schlammentwässerung in der eigenen Kläranlage

Die Verantwortlichen des Abwasserverbands Kelleramt haben sich für eine eigene Schlammentwässerung in der ARA entschieden. Kann die Infrastruktur für eine Schlammentwässerung auf dem bestehenden ARA-Gelände in Unterlunkhofen errichtet werden, oder muss zusätzlich ein Landerwerb erfolgen? Wann würde die eigene Schlammentwässerung gebaut beziehungsweise in Betrieb genommen, und mit welchen Kosten wäre zu rechnen? Dazu Verbandspräsident Burkart: «Die Schlammentwässerung kann auf dem Areal unserer Kläranlage realisiert werden. Eine Voranfrage für das entsprechende Baugesuch wurde dem kantonalen Baudepartement in Aarau unterbreitet. Womöglich soll das Projekt noch dieses Jahr den Gemeindeversammlungen in den Verbandsgemeinden zur Beschlussfassung unterbreitet werden. Beabsichtigt sind der Baubeginn und die Inbetriebnahme der eigenen Schlammentwässerung 2021.»

Die ARA Kelleramt verfügt über eine biologische Reinigungsstufe, die aufgerüstet werden muss. Laut den Ergebnissen hat der Abwasserverband mit einem Kostenaufwand zwischen 1,2 und 4 Millionen Franken zu rechnen. Noch ist aber nicht entschieden, wie der Ausbau des Biologieteils zu erfolgen hat. Zudem ist in der Kläranlage ein neues Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen worden. Die Kosten für den Bau beliefen sich auf rund 400'000 Franken. Der damit produzierte Strom fliesst ins Netz, wofür es eine Entschädigung gibt. «Das Blockheizkraftwerk ist nur auf diese Weise rentabel», stellte Anton Burkart fest. Mit der entstehenden Abwärme könne unter anderem das ARA-Betriebsgebäude geheizt werden. Das kleinere, nun ersetzte Blockheizkraftwerk war rund 15 Jahre in Betrieb.

Die Abwassermenge stieg im Jahr 2019 um 16 Prozent

Die Schmutzwasserfracht, welche die ARA Kelleramt im Jahr 2019 zu bewältigen hatte, belief sich auf knapp 2,3 Millionen Kubikmeter und nahm somit gegenüber dem Vorjahr um rund 16 Prozent zu. Der Abwasserzufluss lag damit aber immer noch im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Um 291 Einwohner (plus 2,1 Prozent), nämlich von 13'879 auf 14'170, stieg voriges Jahr die Bevölkerungszahl im Einzugsgebiet des Abwasserverbands, der sich aus den folgenden Gemeinden zusammensetzt: Arni, Islisberg, Jonen, Oberlunkhofen, Unterlunkhofen, Oberwil-Lieli, Rottenschwil sowie Ottenbach (Kanton Zürich).

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