Muri

Firmenchef zu Jubiläum: «Der Euro-Kurssturz war ein Albtraum»

Der 52-jährige CEO der Robatech AG, Marcel Meyer, will in ökologische Technologien investieren.

Der 52-jährige CEO der Robatech AG, Marcel Meyer, will in ökologische Technologien investieren.

Die in 63 Ländern tätige Robatech AG aus Muri AG ist 40 Jahre alt geworden, der Start ins Jubiläumsjahr war nicht erbaulich. «Doch Wachstum ist in fast allen Märkten noch möglich», meint CEO Marcel Meyer.

Das Jubiläumsjahr fing für CEO Marcel Meyer, der die Robatech AG, Muri, in zweiter Generation führt, nicht eben verheissungsvoll an. Angesichts des Exportanteils der Firma von 85 Prozent, war der 15. Januar, an dem der Euromindestkurs aufgehoben wurde, wie ein Schwarzer Freitag für das Unternehmen.

«In meinen schlimmsten Albträumen hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass die Parität eintreffen würde», gesteht Meyer rückblickend. «Zum Glück hatten wir damals bereits unser Werk in Hongkong aufgebaut, sodass wir einen Teil der Margeneinbussen kompensieren konnten.» Dies ist bereits im Jahr 2011 geschehen. Ziel war es, vom günstigeren asiatischen Beschaffungsmarkt zu profitieren und für die fernöstlichen Märkte zu produzieren. 

Erfolgreiches Krisenmanagement

Massive Kostenmassnahmen im Personalbereich seien zum Glück bisher nicht notwendig gewesen. «Es ist uns gelungen, die Volumen zu steigern bei einer massiv geringeren Marge.»

Auch von den langjährigen Schweizer Lieferanten ist die Firma nach Möglichkeiten mit Preisermässigungen unterstützt worden. Preisanpassungen waren auch gegenüber jenen ausländischen Niederlassungen notwendig, die in Schweizer Franken einkaufen.

«Bis jetzt ist es aufgegangen, auch mit einer Portion Glück und Glauben», so Meyer. Mittel- und langfristig brauche es aber neue Ideen: «Im Moment arbeiten wir intensiv an der Entwicklung neuer Produkte.»

Im Zentrum aller Bemühungen steht immer der Kunde. «Wenn ein Kunde beispielsweise Etiketten auf seine Flaschen kleben muss, ist ihm am besten gedient, wenn wir ein System entwickeln, das nur noch halb so viel Klebstoff dafür benötigt.

An solchen Prozessen arbeiten wir.» Dies dient letztlich auch der Umwelt. «Unsere Firmenfarbe ist grün. Es ist uns ein Anliegen, selbst möglichst ökologisch zu wirtschaften und unsere Produkte verbrauchsoptimiert und ressourcenschonend herzustellen».

Weitere Innovations-Möglichkeiten sieht der CEO in der Automatisierung. «Intelligente Steuerungen, die auf Spitzentechnologie basieren, reduzieren den Verbrauch.»

Service- und Technologieführer

Wachstum sei in fast allen Märkten noch möglich, ist Meyer überzeugt. «Unsere Vision ist es, Service- und Technologieführer für grüne Klebstoffauftragslösungen zu bleiben und Marktanteile zu gewinnen.»

Den Produktionsstandort Schweiz will er auf jeden Fall erhalten, jedoch wird langfristig der Aufbau eines weiteren Werkes im Währungsraum des US-Dollars geprüft.

Marcel Meyer selbst möchte sich künftig sukzessive aus dem operativen Geschäft zurückziehen, sich vor allem der strategischen Arbeit widmen und die weltweiten Kundenkontakte pflegen.

Er setzt auf langjährige Beziehungen zu Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. «Das gewährleistet Kontinuität in allen Belangen. Letztlich kauft man bei Menschen ein, nicht bei Firmen.»

Fürs Jubiläumsjahr ist eine Reihe von Events für Kunden und Partner geplant sowie eine Mittelmeer-Kreuzfahrt für das gesamte Mitarbeiterteam.

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