Muri
Finanzkommission empfiehlt Transparenz bei Liegenschaftserträgen

Die Finanzkommission versteht sich auch als Beraterin der politischen Behörde: Bei der Rechnungsprüfung lässt sie es sich nicht nehmen die Vorgehensweise des Gemeinderates und der Verwaltung.

Eddy Schambron
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Es geht nicht nur um Geld bei der Arbeit der Finanzkommission.

Es geht nicht nur um Geld bei der Arbeit der Finanzkommission.

AZ

«Die Jahresrechnung stimmt mit der Buchhaltung überein und entspricht gemäss unserer Beurteilung den gesetzlichen Erfordernissen. Wir empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.» Was hinter diesen zwei Sätzen der Finanzkommission in der Botschaft zur Einwohnergemeindeversammlung Muri am 20. Juni so trocken auch noch steht, zeigt erst ein Blick in den ganzen, 22 Seiten starken Erläuterungsbericht der Kommission zu ihrer Rechnungsprüfung.

Vorschläge inbegriffen

Die Finanzkommission mit Maria Küng, Rafael Lötscher und Hans Peter Knoblauch belässt es nämlich nicht dabei, zu prüfen, ob die von der Finanzverwaltung und dem Gemeinderat aufgeführten Zahlen stimmen. Vielmehr beurteilt sie im Zusammenhang mit der Rechnungsprüfung auch das Vorgehen des Gemeinderates und der Verwaltung und macht allenfalls Verbesserungsvorschläge. So gehören gemäss Finanzkommission beispielsweise der Bargeldverkehr der Gemeinde Muri, das Zahlungswesen im Bereich Sozialdienst und Schule oder ein einheitliches Abrechnungssystem für Rechnungen, welche manuell erstellt werden müssen, zu den Punkten, die analysiert, eingeführt, optimiert oder behoben werden müssen.

Mehr Transparenz

Optimiert werden müssen nach Meinung der Finanzkommission auch die Liegenschaftserträge. «Zwingend» sei für 2012, dass sämtliche Liegenschaften in der Buchhaltung sowohl im Aufwand als auch im Ertrag nach der Bruttomethode geführt werden müssten. Die Finanzkommission habe bereits im 2010 auf diese nicht transparente Verbuchung respektive Darstellung in der Jahresrechnung hingewiesen. Ein neuerlicher Verstoss in der Jahresrechnung 2012 müsste auch nach Rücksprache mit dem Gemeindeinspektorat mit einem entsprechenden Hinweis im Revisionsbericht offengelegt werden. «Sämtliche Institutionen (Kultur, Jugendarbeit oder weitere Begünstigte) müssen mit einer marktkonformen Miete belegt werden, ansonsten das Engagement der Gemeinde zugunsten einer Institution nicht vollständig und korrekt ausgewiesen wird.» Es müsse im Interesse des Gemeinderates sein, dem Stimmbürger eine vollständig transparente Jahresrechnung zur Annahme vorzulegen.

Entwicklung im Auge behalten

Im Zusammenhang mit der Investitionsplanung empfiehlt die Finanzkommission dem Gemeinderat, sich intensiv unter anderem mit der Einwohnerzahlentwicklung, der Entwicklung der Steuereinnahmen, der Einflussnahme auf die Gestaltungspläne mit entsprechender Steuerung der zukünftiger Nutzung, beziehungsweise Wohnungsnehmer mit hohem Einkommen, und mit der laufenden Überprüfung der Ausgabenseite auf Einsparungen auf Basis Gemeinde auseinanderzusetzen.

Es gibt auch Lob für den Gemeinderat, wenn Verbesserungsvorschläge der Finanzkommission umgesetzt werden – etwa die regelmässigen Spesenabrechnungen per Jahresende mit Bestätigung aller Mitarbeitenden, speditivere Abrechnung offener Kredite oder die Erstellung eines Kostenvergleichs für alle Kreditabrechnungen durch die Bauverwaltung.

Der ausführliche Bericht liegt jeweils während 14 Tagen vor der Gemeindeversammlung zur Einsichtnahme durch die Stimmberechtigten bei der Gemeindekanzlei auf.