Wohlen
Finanzierung fast gesichert: Die neue Eishalle wird 11 Millionen kosten

Zu 90 Prozent ist die neue Eishalle in Wohlen finanziert. Das sagte Urs Meier, Präsident der Eisbahn-Genossenschaft an der GV. Nun wolle man noch einmal beim Kanton um einen zusätzlichen Beitrag bitten.

Jörg Baumann
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Fachberater Rainer Gilg (links) mit Urs Meier, Präsident der Eisbahn-Genossenschaft, auf der maroden Kunsteisbahn.

Fachberater Rainer Gilg (links) mit Urs Meier, Präsident der Eisbahn-Genossenschaft, auf der maroden Kunsteisbahn.

Jörg Baumann

Mit drei Millionen Franken unterstützt der Swisslos-Sportfonds des Kantons Aargau den geplanten Bau der gedeckten Eishalle in Wohlen. «Die Finanzierung ist zu 90 Prozent sichergestellt», teilte Urs Meier, Präsident der Eisbahn-Genossenschaft, an der Generalversammlung mit. Die Anlage werde «etwas mehr als 11 Millionen Franken» kosten. Deshalb werde man beim Kanton nochmals anklopfen und ihn um einen zusätzlichen Beitrag bitten. Gemeindeammann Walter Dubler beschwor die Aufbruchstimmung, die vor Jahren dem Sportzentrum Niedermatten zum Durchbruch verhalf. Eine «alte Krücke» wie die Kunsteisbahn sollte man nicht weiter am Leben erhalten.

Gespräche mit Gemeinden

Für den Bau der Eishalle soll nicht die Gemeinde verantwortlich sein, sondern die Eisbahn Freiamt AG, die noch gegründet werden muss. Drei Millionen Franken und das Grundstück steuert die Gemeinde laut einer Absichtserklärung bei. Sie übernimmt auch weiterhin die Personalkosten. Die Genossenschaft will aus den Eigenmitteln eine Million Franken einschiessen. Vier Millionen Franken will die Bauherrin über Bankdarlehen aufnehmen.

Bisher führten die Verantwortlichen, unterstützt von Gemeindeammann Walter Dubler, mit 14 Gemeinden in der Region Gespräche, um von ihnen einen Beitrag zu erhalten. «Von den Gemeinden ist etwas zu erwarten», sagte
Meier.

Gefordert sind auch die Clubs auf der Eisbahn. Auch sie sollen sich an der Eishalle beteiligen. Wie stark, sagte Meier nicht. Aber er verschwieg nicht, dass die bestehende Kunsteisbahn heute bloss noch Schrottwert habe und nur noch bis zur Saison 2016/17 betrieben werden könne. Eine weitere Saison sei finanziell bei den immer höheren Unterhaltskosten nicht machbar, sagte Meier. Der Betriebsleiter und die Eismeister müssten schon lange zaubern, damit die Anlage einigermassen funktioniere.

Ein plötzliches Lichterlöschen oder besser «ein Blackout», Boiler, die Wasser verlören, ein Restaurant, in dem es eines Morgens kälter war als auf dem Eisfeld, die Eisaufbereitungsmaschine, die nicht mehr zu bewegen war: Solche Störfälle seien an der Tagesordnung. Gegenwärtig sitze die Genossenschaft zudem auf Reparatur- und Unterhaltsrechnungen von mehr als 60 000 Franken, teilte Meier mit.

Mit Hochdruck am Planen

Mit Hochdruck arbeiten die Architekten und Planer am Bauprojekt für die neue Eishalle und die Sanierung der Badi. Laut dem Fachberater Rainer Gilg von der Firma BPM Sports GmbH (Bern und Solothurn) wird die Basisinfrastruktur mit Garderoben, Sanitäranlagen, Gastronomie, Kasse und Verleih bei der Eisbahn zusammengefasst. Sie dient nicht nur der Eishalle und der Badi, sondern auch den Benützern des Skateparks, des Pétanqueplatzes, der Minigolfanlage und des Beachfeldes. «Wenn in der Badi Hochbetrieb herrscht, können auf dem Badi-Areal zusätzliche mobile Gastro-Satelliten aufgestellt werden», sagte Gilg. Es sei ein grosser Vorteil, dass der neugestaltete Sport- und Freizeitpark ganzjährig mit überschaubarem Personalaufwand betrieben werden könne. «Und in der Eishalle kann Wohlen in Zukunft sechs statt fünf Monate lang Eis anbieten.» Die Halle könne später mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet, eingehaust und mit einem synthetischen Eisfeld ergänzt werden.

Volksabstimmung am 5. Juni 2016 geplant

Laut dem Fachberater Rainer Gilg kann die marode Kunsteisbahn höchstens noch zwei Jahre lang betrieben werden. Fünf nach zwölf Uhr sei es auch bei der Badi, sagte er. Denn die Schwimmbecken hätten Risse und verlören beträchtliche Mengen Wasser. Und das Schwimmbad-Restaurant erhalte nur noch eine provisorische Betriebsbewilligung. Bis Ende Februar 2016 müssen laut Gilg das Bauprojekt und die Betriebskonzepte vorliegen und die Finanzierung geklärt sein. Der Einwohnerrat wäre im April 2016 und das Volk am 5. Juni am Zug. Für die Eisbahn und die Badi-Sanierung soll es getrennte Vorlagen geben. Der ehemalige Vizeammann Matthias Jauslin erinnerte daran, dass das Gesamtpaket stark abgespeckt worden sei und beim Volk eine Chance verdiene. Die Eisbahn soll 2017 und die Badi 2018 eröffnet werden. (BA)