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Finanzielle Nöte wegen drogenabhängiger Mutter: Zuger helfen Freiämter Familie

Diese Freiämter Familie hat schwer gelitten. Nun wird ihr von «Zuger helfen Zugern» geholfen.

Diese Freiämter Familie hat schwer gelitten. Nun wird ihr von «Zuger helfen Zugern» geholfen.

Eine Facebookgruppe sammelt Spenden für eine Aargauer Familie, die auf einem Schuldenberg sitzt.

Reto K.* hat schwere Zeiten hinter sich. Der Schlosser lebt mit seinen zwei Kindern, seinen Eltern und einer Tante auf einem Bauernhof im Freiamt. Bis vor kurzem wohnte auch seine Ehefrau noch dort, doch wegen Streitigkeiten schlief sie nicht mehr im Ehebett, sondern im Zimmer der fünfjährigen Tochter.

Vor einer Woche fuhr auf dem Freiämter Hof plötzlich die Polizei zu einer Razzia vor: Im Kinderzimmer fanden die Einsatzkräfte Crackpfeifen und Kokain. Die 41-jährige Mutter, die anscheinend schon seit Jahren immer tiefer in die Drogensucht abgeglitten war, versteckte ihren Stoff in den Möbeln der Tochter und schloss sich im Kinderzimmer ein, um zu rauchen.

«Ich fiel aus allen Wolken», sagt Reto K. am Telefon fühlbar aufgelöst. Die Drogensucht seiner Frau habe er irgendwann bemerkt, doch die damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten seien ihm erst aufgefallen, als erste Betreibungen ins Haus flatterten. Denn die drogenabhängige Mutter, die mittlerweile in einem anderen Aargauer Dorf lebt, hatte das Vermögen der Familie aufgebraucht und einen Schuldenberg hinterlassen.

Die Rechnungen stapeln sich

Reto K., der Vollzeit als Schlosser arbeitet und abends noch auf dem Hof Ackerbau betreibt, liess seiner Frau in finanziellen Dingen freie Hand: Sie war für die Administration samt Buchhaltung des Betriebs zuständig. Er habe ihr vertraut, sagt Reto K. Als er kürzlich bei der Gemeinde nachfragte, wurde dem Freiämter jedoch mitgeteilt, dass die letzte Steuererklärung vor fünf Jahren eingegangen sei.

Erste Hilfe für die Freiämter Familie kommt nun von unerwarteter Seite: In der Facebookgruppe «Zuger helfen Zugern» platzierte Administratorin Rosa Kolm, welche die Familie persönlich kennt, vor wenigen Tagen einen Spendenaufruf.

«Bei der Familie stapeln sich Rechnungen, Mahnungen und Betreibungen. Uns geht es aber nicht darum, nur Haus und Hof zu retten», schreibt Kolm auf Facebook. Vielmehr sollen die laufenden Kosten der Familie wie Nahrung, Strom oder Krankenkasse gedeckt werden, damit zumindest die Grundversorgung gesichert sei, bis die Behörden alles Weitere regeln würden.

Erste Spenden und ein neues Kinderzimmer

Rosa Kolm bestätigt auf Nachfrage, dass dank dem Aufruf in vier Tagen bereits über 800 Franken zusammengekommen seien. Ein Mitglied der Facebookgruppe habe zudem angeboten, die Krankenkassenprämien der Kinder vorübergehend zu bezahlen.

Auch haben Freunde geholfen, das Kinderzimmer zu renovieren und die Wohnung zu reinigen. Über die Facebookseite «Zuger helfen Zugern» wurden zudem frische Möbel für die Kinder organisiert. «Diese Unterstützung zu sehen, ist schön», sagt Rosa Kolm.

Neben den finanziellen Schwierigkeiten bereitet Reto K. vor allem Eines grosse Sorgen: seine Kinder. Der neunjähriger Sohn und die fünfjährige Tochter wohnen derzeit noch bei ihm auf dem Hof im Freiamt. «Ich möchte meine Kinder nicht verlieren. Sie sind für mich das Wichtigste», sagt der Schlosser. Mittlerweile haben sich die zuständigen Behörden eingeschaltet.

* Name geändert

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