Besenbüren
Filmreise in die Vergangenheit: die Zeit des Scheunenbrands

Super 8-Filmerin Hildi Blatter zeigt heute Mittwochabend Filme aus der Vergangenheit von Besenbüren. «In den frühen 70er-Jahren war die Gemeinde lebendiger», stellt Blatter fest. Zudem vermisst sie die Hochstammbäume.

Robert Benz
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Hildi Blatter ist für den Filmabend bestens vorbereitet.

Hildi Blatter ist für den Filmabend bestens vorbereitet.

Robert Benz

Was zum Zeitvertreib entstand, ist zum Zeitdokument geworden. Während Hildi Blatters Mann in Besenbüren viele Jahre als umtriebiger Lehrer schaltete und waltete, filmte die heute 86-jährige ehemalige Reiseleiterin mit ihrer Super 8-Kamera nicht nur ihre Reisen, sondern auch Menschen, Tiere und Landschaft in und um Besenbüren.

Die Generation Smartphone dürfte eine Super 8-Kamera nur noch vom Hörensagen kennen. Was heute als Telefon-Erweiterung in die Hosentasche passt, war in den frühen 70er-Jahren ein ausgewachsener Apparat.

Erst recht der Projektor: Ein schmaler Filmstreifen, der von einer Rolle auf eine zweite läuft und zwischenzeitlich, vor der Lichtquelle, dank Spezialleuchte ein Bild auf die Leinwand projiziert.

«Es gibt die Idee, aus meinen Super 8-Filmen eine DVD zu machen. Keine schlechte Idee, aber das Geräusch des Projektors würde einfach fehlen», sagt Hildi Blatter.

In Besenbüren hat sich seit ihren Filmaufnahmen aus den Jahren 1972 und 1973 so einiges verändert: Blatter weist als erstes auf die Hochstammbäume hin, die früher zahlreich die Weiden schmückten.

Heute gebe es nur noch einen einzigen. Ausserdem sei viel mehr los gewesen im Dorf. Unter anderem hat Blatter die Viehversteigerung des «alten Laubachers» eingefangen. Sie filmte in Skilagern, die Bauern bei der Arbeit und natürlich Korbballspiele.

Die Filme zeigen jedoch nicht nur Sonnenschein und Blümchen, auch den verheerenden Brand der Scheune der Familie Moser hat Hildi Blatter auf Schmalfilm gebannt. Als der Blitz einschlug, sei sie mit dem Mann zur Scheune gerannt, und dann gleich wieder nach Hause, um die Kamera zu holen.

Heute Mittwochabend zeigt Hildi Blatter ihre zwei, rund halbstündigen Super 8-Filme um 19.30 Uhr im Foyer des Schulhauses. Schnitt, Regie, Technik, Idee, Gestaltung und Equipment – alles aus einer Hand. Blatter meint bescheiden: «Es ist wirklich nichts Grosses, aber ich denke, es macht den Leuten Freude.»

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