Bremgarten
Feuerwehrleute bilden sich mit simulierten Notfall-Szenarien weiter

56 Feuerwehrleute aus dem Kanton bildeten sich im Reussstädtchen zum Offizier und Einsatzleiter weiter. Dabei waren auch drei Frauen. Chancen und Risiken richtig zu deuten, standen im Vordergrund.

Lukas Scherrer
Merken
Drucken
Teilen
Zukünftige Einsatzleiter: Gruppenführer bei der Aufnahmeprüfung.

Zukünftige Einsatzleiter: Gruppenführer bei der Aufnahmeprüfung.

Konzentriert und speditiv hantieren Feuerwehrleute in Vollmontur mit allerlei Gerätschaften, schliessen Schläuche an Löschfahrzeuge an und fahren Schiebeleitern für den Rettungseinsatz aus. Was für Passanten nach einem Grosseinsatz in Bremgarten aussieht, ist in Wahrheit der Ausbildungskurs zum Feuerwehroffizier, dem sich dieser Tage Gruppenführer aus Gemeinde- und Betriebsfeuerwehren des gesamten Kantons stellen. Absolvieren sie die erforderlichen Prüfungen, dürfen sie künftig Feuerwehreinsätze aller Art leiten.

Führungsqualitäten beweisen

56 Feuerwehrleute traten am letzten Märzwochenende zum Kurs an, der von der Aargauischen Gebäudeversicherung organisiert wurde. Unter den Teilnehmern befinden sich auch drei Frauen. «Das ist für einen Offizierskurs überdurchschnittlich hoch», freut sich Feuerwehrhauptmann und Kurskommandant Heinz Woodtli.

Bereits am ersten Kurstag mussten sich die Gruppenführer aus dem Kanton der Aufnahmeprüfung stellen um zum Hauptkurs vom 7. bis 11. April zugelassen zu werden. Aus acht individuell vorbereiteten Einsatz-Szenarien wurde den Feuerwehrleuten je eines für die Prüfung zugelost. Unter strenger Beobachtung der Instruktoren mussten die Offiziersanwärter unter Beweis stellen, dass sie selbstbewusst vor ihr Einsatzteam treten und dieses strukturiert und motiviert führen können.

Mit beeindruckender Routine und Schnelligkeit agierten die Feuerwehrleute auf den verschiedenen Einsatzplätzen in Bremgarten und simulierten echte Notfall-Szenarien. Flammen und Qualm blieben an diesem Wochenende aber natürlich aus. Denn zu Übungs- und Prüfungszwecken setzt die Feuerwehr auf «Fanions», farbiges Papier, welches verschiedene Szenarien darstellt. Rot ist Feuer, weiss heisst Rauch, blau deutet auf Wasser hin und gelb markiert eine Personenrettung.

Notsituationen richtig deuten

Die erfolgreichen Prüfungskandidaten erwartet im Hauptkurs dann viel führungstechnische Theorie. «Es ist uns wichtig, dass die angehenden Offiziere lernen, ein Ereignis richtig zu erkunden», erklärt Woodtli die Ziele der Ausbildung.

Durch verschiedene Vorträge, Übungsparcours und taktische Trainingseinsätze sollen die Feuerwehrleute lernen, die Chancen und Risiken bei einem Ereignis richtig zu deuten, ehe sie Massnahmen einleiten. Denn vorgängige Überlegungen zu baulichen Besonderheiten wie Sprinkleranlagen oder Brandschutztüren sind entscheidend für die erfolgreiche Bekämpfung von Ereignissen.