Villmergen

Feuerwehren im Bezirk Bremgarten ohne Nachwuchsprobleme

Neu eingeteilte Feuerwehrleute üben die Sicherung mit dem Seil.

Neu eingeteilte Feuerwehrleute üben die Sicherung mit dem Seil.

Die Situation beim Feuerwehrnachwuchs im Bezirk Bremgarten hat sich entspannt. Dank vereinten Anstrengungen können wieder mehr junge Leute für den freiwilligen Dienst gewonnen werden.

«Die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) hat ebenso in die Nachwuchswerbung investiert wie die Feuerwehren selber. Die gemeinsamen Anstrengungen haben sich gelohnt. Wir haben im Bezirk Bremgarten wieder genügend junge Leute, die Dienst leisten wollen», erklärte Marcel Christen, Instruktor bei der AGV und Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Wohlen, am von ihm geleiteten Kurs für Neueingeteilte in Villmergen.

18 Prozent Frauenanteil

92 Männer und 21 Frauen aus dem Bezirk Bremgarten wurden in zwei Tagen die Grundlagen des Feuerwehrhandwerks vermittelt. Als Instruktoren in den 12 Klassen amtierten Offiziere aus den regionalen Feuerwehren.

Für die gesamte Infrastruktur sowie die Bereitstellung der Übungsplätze hatte die Feuerwehr Rietenberg gesorgt. Sie durfte dabei auf viel Goodwill von Bevölkerung und örtlichem Gewerbe zählen: «Es ist nicht selbstverständlich, dass wir für unsere Ausbildung fremde Balkone benützen dürfen und uns Transportunternehmen an einem Arbeitstag ihr Firmenareal freihalten», lobte Kommandant Christian Sigel.

Zahlreiche Neuerungen

Der Kurs in Villmergen war der erste, der nach dem neuen, gesamtschweizerisch geltenden Ausbildungsreglement, dem Konzept Basiswissen, durchgeführt worden ist. Markanteste Veränderung gegenüber der bisherigen Einsatzführung ist der weitgehende Verzicht auf detaillierte Kommandos. «Die Leute müssen viel selbstständiger arbeiten, es wird ihnen nicht mehr jeder Schritt befohlen. Damit erreichen wir eine starke Annäherung an die tatsächlichen Verhältnisse bei einem Einsatz. Die Abläufe werden schneller, dafür steigt aber auch die Eigenverantwortung jedes einzelnen», erklärte Marcel Christen.

Für Feuerwehrnostalgiker: Der einst an Einführungskursen beliebte Scherz mit dem kopfüber eingesetzten Rettungsschlitten ist passé. Auf den Rettungsschlitten wird mit dem neuen Konzept verzichtet; er macht weit effizienteren Personenrettungsmethoden Platz.

Neu gehört dafür zum Basiswissen der Umgang mit Kettensäge, Trenn- und Winkelschleifer. Das, weil neben Rettung und Brandbekämpfung die technische Hilfeleistung bei Elementarereignissen im Feuerwehralltag immer wichtiger wird.

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