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Feuerwehr Muri muss während Übung im Spital zu schwerem Unfall ausrücken

Die Stützpunktfeuerwehr Muri+ übt die Brandbekämpfung im Spital. Plötzlich kriegt der Kommandant einen Anruf: schwerer Unfall in Weissenbach. Sofort eilt ein Teil der Verkehrsabteilung von der Übung zum Ernstfall.

Eddy Schambron
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Kein Durchkommen ohne Atemschutz: Im Spital Muri blieb die Brandschutztür zu, obwohl hinter dem Glas eine ohnmächtige Person zu sehen war. Würde in dieser Situation die Tür geöffnet, dränge giftiger Rauch in weitere Bereiche des Spitals, was unbedingt zu vermeiden ist. Die Rettung dieses Menschen und die Verhinderung der Rauchausbreitung mit Lüftern blieb dem Atemschutz vorbehalten. Immerhin konnte die schwer verletzte Person nach der Bergung von kompetenter medizinischer Betreuung durch das Personal des Spitals profitieren. Die Übungsanlage für die Stützpunktfeuerwehr Muri+ war anspruchsvoll: Brandausbruch im Sicherungstableau mit Ausbreitung in den Lüftungsschacht, in einem hoch liegenden Zimmer eingeschlossene Personen, die gerettet werden mussten, zusätzlich ein Autobrand im Parkhaus. Im Einsatz standen gegen 110 Leute.

Rauch im Spital: Zuerst konnte die Feuerwehr nur mit Atemschutz zu den verletzten oder eingeschlossenen Personen vordringen.   

Rauch im Spital: Zuerst konnte die Feuerwehr nur mit Atemschutz zu den verletzten oder eingeschlossenen Personen vordringen.   

Eddy Schambron

Unfall in Weissenbach

Das Heulen des Handys von Kommandant Thomas Strebel, der die Übung als Beobachter verfolgte, versprach nichts Gutes: Mitten in der Übung kam das Aufgebot für die Verkehrsabteilung zu einem Ernstfall in Weissenbach/Boswil: Ein Motorradfahrer war mit einem Auto kollidiert, die Strasse musste schnell abgesperrt werden.

Ein junger Motorradfahrer zog sich bei einer Kollision schwere Verletzungen zu.
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Während ein Teil der Verkehrsgruppe nach Weissenbach ausrückte, lief die Übung weiter: Über die Leiter wurden die fünf im Zimmer blockierten Personen gerettet, die Autodrehleiter kam zur Personenrettung ebenfalls in den Einsatz und die Brandbekämpfung wurde erfolgreich vorangetrieben. Hätte der Ernstfalleinsatz nicht nur die Abteilung Verkehr betroffen, wären die entsprechenden Feuerwehrleute und Gerätschaften ebenfalls sofort von der Übung abgezogen worden, machte Strebel klar.

Grosse Motivation

Die Übungsleiter Marcel Schaffhauser, Ausbildungschef der Stützpunktfeuerwehr Muri+, und Felix Wyss, Vizekommandant, waren zufrieden mit dem Einsatz der Leute. «Die Hartnäckigkeit in der Ausbildung zahlt sich aus», stellte Schaffhauser fest. Er lobte die sehr hohe Motivation, ermahnte seine Feuerwehrleute aber auch, die eigene Sicherheit nicht zu vernachlässigen. Schliesslich hob er die durch den Ernstfalleinsatz notwendige zusätzliche Arbeit der Verkehrsabteilung hervor: «Schnelle und hervorragende Reaktion, an der Übung hat man gar nichts davon gemerkt.»

Für Martin Nietlisbach, Chef Technischer Dienst des Spitals Muri, der die Grundlagen für die Übungsanlage geliefert hatte, verlief die Übung positiv. «Wir haben gleichzeitig die interne Alarmorganisation geprüft», sagte er. «Sie funktioniert gut, unsere Leute haben sich richtig verhalten.» Es konnten auch Lehren gezogen werden: «Wir haben festgestellt, dass wir die Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz möglichst gut begleiten sollten. Wir kennen die örtlichen Verhältnisse im doch recht weitläufigen Spital.» Geschult werden soll auch der Ersteinsatz des Personals mit den vorhandenen Mitteln – Schnellangriffschlauch und Feuerlöscher.

Banges Warten auf die Leiter, um über das Fenster evakuiert zu werden.   

Banges Warten auf die Leiter, um über das Fenster evakuiert zu werden.   

Eddy Schambron