Es ist vorbei mit Gratis-Parkieren bei der Badi in Muri, ausser an Wochenenden und über Nacht. Seit gestern sind auch diese öffentlichen Parkplätze ab der zweiten Stunde kostenpflichtig. «Wir sind uns bewusst, dass das nicht Freude auslöst bei unseren Badegästen», sagt André Stierli, Präsident der Schwimmbadgenossenschaft Muri. «Aber wir kommen nicht darum herum.»

Muri setzt flächendeckend die Bewirtschaftung aller öffentlichen Parkplätze um, wie sie im November mit der Teilrevision des Parkierungs- und Ersatzabgabenreglements von der Gemeindeversammlung gutgeheissen wurde. «Wir wollen die Leute nicht plagen», unterstreicht Vizeammann Milly Stöckli.

Die erste Stunde ist gratis, kostenlos ist das Parkieren auch ab 19 Uhr und schliesslich am Wochenende. Aber sonst müssen die zentralen Parkuhren mit einem Franken pro Stunde gefüttert werden. Mitte August folgen mit den Standorten Jugendhaus Muri 13, Badweiher, Roos und Rösslimatt die letzten Umsetzungen des Parkierungskonzeptes.

Grünstreifen ist jetzt tabu

Neben der Bewirtschaftung der bisher kostenlosen Parkplätze bei der Badi wird entlang der Talstrasse ein beidseitiges Parkierungsverbot signalisiert. Konkret heisst das, dass nicht mehr, wie bisher «halblegal» toleriert, auf dem Grünstreifen zwischen Strasse und Trottoir Autos abgestellt werden dürfen. «Das erhöht die Verkehrssicherheit von Fussgängern und Velofahrern einerseits, verbessert aber auch die Sicht der automobilen Verkehrsteilnehmenden», wie Stöckli unterstreicht.

Abgesehen davon war das Parkierungsverbot eine Bedingung des Kantons. Begrüsst wird diese Massnahme auch von der Schule, wie Thomas Weber von der Schulleitung Muri festhält. «Nicht den grossen Jubel» löst die Bewirtschaftung der Parkplätze hingegen bei einem Teil der Lehrkräfte aus. «Wir haben immer mehr Lehrkräfte, die von auswärts kommen und einen Parkplatz brauchen. Es gibt Befürchtungen, dass diese vor allem in den Sommermonaten frühzeitig besetzt sein werden.» Als Ersatz für die Grünstreifen-Parkflächen wird im unteren Teil der Badi eine Fläche auf einer Wiese für das Parkieren bereitgestellt.

Nötig wurde die Bewirtschaftung der Parkplätze in Muri, weil viele Privatpersonen ihre Fahrzeuge – auch Wohnwagen oder Kleintransporter – zum Teil tagelang auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt hatten. «Das behinderte im Winter den Schneeräumungsdienst und das ganze Jahr über oft die Kehrichtabfuhr», sagt Stöckli. Mit der Parkplatzbewirtschaftung seien diese Fahrzeuge nun verschwunden. Sie munterte die Murianerinnen und Murianer auf, das Velo zu nutzen oder aber im Dorf zu Fuss zu gehen.