Bezirk Muri
Feldhasen-Population im Reusstal geht dramatisch zurück

Vor elf Jahren gab es in der Reussebene noch 360 Feldhasen, inzwischen sind es nur noch rund 100 Stück. Für die Mitglieder des Jagdvereins sind diese Zahlen erschreckend.

Martha Zurfluh
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Langsam verschwindet der Feldhase aus dem Reusstal.

Langsam verschwindet der Feldhase aus dem Reusstal.

alex labhardt/zvg

In den letzten Jahren hat sich die Feldhasenpopulation im Reusstal dramatisch verringert. Im Bezirk Muri gibt es nur noch rund 100 Stück, kantonsweit wurden bei der diesjährigen Zählung noch 1050 erfasst. Seit 2010 ist der Bestand damit um einen Drittel geschrumpft. «Das sind erschreckende Zahlen», sagte Patrick Isler, Obmann des Aargauischen Jagdschutzvereins im Bezirk Muri, an der Generalversammlung in Boswil. «Man muss wohl kaum mehr darüber diskutieren, ob der Feldhase schützenswert ist oder nicht», so Isler. Dies belegt auch ein längerfristiger Rückblick: Wie eine Tabelle zeigte, gab es im Jahr 2001 im Bezirk noch 360 und im Kanton 3000 Feldhasen.

Im Bezirk wurde in der letzten Jagdsaison die Abschussvorgabe beim Rehwild mit 357 Tieren fast zu 100 Prozent erfüllt. Dem Verkehr fielen 78 Rehe (Vorjahr 72) zum Opfer, dazu kommen etliche Füchse, Dachse oder Marder. Bei solchen Unfällen schreiten jeweils die Jagdaufseher zur Tat, beseitigen und entsorgen die Kadaver «gratis und ohne grosses Aufsehen». Isler zollte den Verantwortlichen Respekt für ihre nicht immer angenehme Arbeit. 41 der 160 Jagdvereinsmitglieder im Bezirk Muri nahmen an der Versammlung teil.

Isler rückte nochmals den an der Generalversammlung im Frühling abgetretenen AJV-Präsidenten Erhard Huwyler ins Zentrum. «Leider kann er heute wegen Terminkollisionen nicht hier sein», erklärte Isler, trotzdem gebühre Huwyler ein «herzliches Dankeschön». Der Beinwiler habe bei seiner Amtsausübung stets einen Blick für die Region Freiamt gehabt, «unser Bezirk war mit ihm hervorragend vertreten», sagte der Obmann. Erhard Huwyler war während 13 Jahren Geschäftsführer, vier Jahre lang Vizepräsident und acht Jahre Präsident des AJV. Für seine grossen Verdienste wurde er an der GV im April zum Ehrenpräsidenten ernannt, sein Nachfolger wurde Rainer Klöti aus Auenstein. Für 25 Jahre Jagdaufsicht wurde an der GV 2012 in Buchs mit Josef Sachs, Beinwil, ein weiteres Bezirksmitglied geehrt.

Nach zwölf Jahren Unterbruch ist die Jagdgesellschaft Lindenberg-Muri wieder Mitglied des Aargauischen Jagdschutzvereins. Erfreut zeigte sich Isler in seinem Jahresbericht ferner über die gute Öffentlichkeitsarbeit, und er dankte allen Jagdvereinen für ihre aktiven Beiträge. «Es ist wichtig, dass wir den Drive, den wir durch die jüngsten Abstimmungen bekommen haben, nun mitnehmen», meinte er.

Wie Isler orientierte, haben die-ses Jahr im Aargau 32 Jungjäger und drei Jungjägerinnen die Jagdprüfung abgelegt. Im Vorjahr waren es 28 Personen. «Das sind erfreuliche Werte.»

Darauf ausruhen dürfe man sich aber nicht. «Wir müssen uns weiter aktiv um Nachwuchs kümmern», forderte der Obmann. Alex Furrer, Bettwil, und Adrian Baumberger, Geltwil, gehören zu den Neubrevetierten aus dem Bezirk Muri.