Das erste Wochenende im Juli steht ganz im Zeichen des Openeye-Festivals in Oberlunkhofen. Dann verwandelt sich der Bauernhof der Familie Hagenbuch jeweils in ein buntes Dorf aus Konzertbühnen, Festzelten und Bars, wo jeweils Hunderte Besucher aus der Region tanzen, plaudern und ausgelassen feiern. Bei der Musikauswahl bewiesen die Organisatoren des Open Airs stets ein gutes Händchen. Nicht selten spielten beim Openeye Musiker und Bands auf, die heute auf den grossen Bühnen dieser Welt die Fans begeistern. Nun wird das Oberlunkhofer Kult-Festival 20 Jahre alt.

Das Grosse Jubiläum will das Organisationskomitee um Präsident Sebastian Hagenbuch gebührend feiern. «Für die 20-Jahr-Feier haben wir das Budget für die Musiker und Bands gleich verdoppelt», erklärt er. «Das Programm wird ein Best-of der letzten 20 Jahre beinhalten. Wir werden im Vorfeld aber keine Bandnamen bekannt geben.» Anstelle der Namen planen die Organisatoren, lediglich die Bandbeschriebe auf der Webseite zu veröffentlichen. «Die treuen und aufmerksamen Besucher des Festivals werden die Bands so vielleicht erkennen. Für alle anderen wird das Line-up zu einer Überraschung.»

Das geplante Experiment soll das Festival nicht nur spannender machen. Auch ist es den Veranstaltern wichtig, dass das Open Air nicht wegen zu vieler Besucher an familiärer Atmosphäre einbüsst. «Als wir vor einigen Jahren den bekannten Zürcher Reggaesänger Phenomden im Programm hatten, hatten wir wegen des grossen Besucherandrangs so viel zu tun, dass wir selbst zu wenig mitfeiern konnten», erinnert sich Hagenbuch. Wie im vergangenen Jahr soll der Samstagnachmittag mit vergünstigtem Eintritt und Schweizer Volksmusik ganz den Oberlunkhofer Bürgern gehören.

Die 20-Jahr-Feier nehmen die Veranstalter auch zum Anlass, über die Zukunft des Openeyes nachzudenken. «Wir werden alle langsam älter», lacht Sebastian Hagenbuch. «Es wird Zeit, dass allmählich eine neue Generation nachrutscht.» Mit Michael Marti, dem neuesten Mitglied im Festivalkomitee, kommen die Veranstalter diesem Vorhaben einen grossen Schritt näher. Denn Marti arbeitet seit Kurzem mit Manuel Kaufmann von der Jugendarbeit Kelleramt zusammen. «Ich habe Sebastian letztes Jahr am Openeye kennen gelernt und hörte, dass er Nachfolger für das Festival sucht», erklärt Marti. «Mit meiner neuen Stelle als Jugendarbeiter bin ich nun die Schnittstelle zwischen den Jugendlichen und dem Festivalkomitee.»

Für das Jubiläumsjahr gestalten und betreiben 14 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren eine «Chillout-Ecke» am Festival und arbeiten einen Abend lang selbstständig am Depotstand. «Für die Chillout-Ecke haben wir das Thema Piraten gewählt. Ein selbst gebauter Steg wird zum Eingang führen und wir dekorieren alles für echtes Karibik-Feeling», erläutert Mike Villiger, einer der Jugendlichen, das Vorhaben. Bei der Umsetzung hilft den Mädchen und Jungen Michael Marti: «Ich bespreche die Möglichkeiten mit den Jugendlichen und beschaffe das Material, damit wir die Ideen gemeinsam in die Tat umsetzen können.» Das Ziel der Jugendarbeiter ist es, dass die Jugendlichen so viel wie möglich aus der Erfahrung mitnehmen, damit sie künftig selbstständig am Aufbau des Open Airs mitwirken können. Auch OK-Präsident Hagenbuch ist überzeugt: «Die Jugendlichen sollen vom Festival profitieren. Und wenn ihnen die Mitarbeit gefällt, freuen wir uns natürlich, wenn wir einige im Organisationskomitee begrüssen dürfen.»