Bremgarten
Federleichte, vergängliche Klangspuren alter Meister

Flötist Stefan Keller präsentiert am 18. Januar sein Programm «Bach today» in der Kapuzinerkirche. Sein aktuelles Programm ist eine Hommage an die beiden Komponisten Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel Bach.

ANITA SPIELMANN-SPENGLER
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Flötist Stefan Keller wandelt bekannte Klänge elektronisch und visuell um und verwandelt sie in ein mehrschichtiges Klangbild. Anita Spielmann

Flötist Stefan Keller wandelt bekannte Klänge elektronisch und visuell um und verwandelt sie in ein mehrschichtiges Klangbild. Anita Spielmann

Farbtupfer erscheinen, bilden Ringe und vergrössern sich, springen dem Betrachter entgegen und ziehen sich zusammen, bis sie im Pianissimo wieder ganz verschwunden sind. Von kraftvollen Flötenklängen hervorgelockt, wandern ganze Farbbänder von links nach rechts über die eine Seitenmauer der Kapuzinerkirche, ziehen Farbtöne hinter sich her, bilden Streifen, Wellen, zufällige Linien, malen Melodien nach. Flöte, Farbe und Form interagieren.

Die Partita in a-Moll bildet den klanglichen Grundstein dieser Kombination von Bachschen Klängen und moderner Technik, von Wiener Klassik und Live-Elektronik. Der Flötist Stefan Keller erklärt seine Faszination für diese eigenständige und von ihm entwickelte Art der Musikperformance, für den Reiz der Gegenüberstellung und schliesslicher Verschmelzung des Originalen mit der Neuzeit.

Neue Dimensionen eröffnet

In Bremgarten aufgewachsen und heute wohnhaft in Bellikon, durchlief der Künstler die klassische Flötenausbildung am Konservatorium und studierte danach an der Jazzschule weiter. Schon bald begann er, seinen stilistischen Horizont auszuweiten und mit elektronischen Geräten und Aufnahmetechniken am Klang zu tüfteln. Diese intensive Auseinandersetzung eröffnete ihm in den vergangenen zwanzig Jahren immer neue Dimensionen musikalischer, visueller und technischer Art.

Sein aktuelles Programm, «Bach today», das in einer Woche am Samstag, 18. Januar, um 20.15 Uhr in der Kapuzinerkirche der St. Josef-Stiftung Bremgarten aufgeführt werden wird, ist einerseits eine Hommage an die beiden Komponisten Johann Sebastian Bach und dessen Sohn Carl Philipp Emanuel Bach mit der klassischen Aufführung der Sonate in a-Moll des Bach-Sohns für Flöte solo und der bekannten Partita in a-Moll aus der Feder des Vaters Johann Sebastian Bach.

Eine eigene Sprache gefunden

Anderseits ist es eine sehr eigenständige und neuzeitliche Art, danach die bekannten Klänge Neuem gegenüberzustellen, improvisatorisch auszubauen, elektronisch und visuell umzuwandeln und in ein intensives und mehrschichtiges Klang- und Bilderlebnis zu verwandeln. Stefan Keller spielt auf der Querflöte, der Alt-, Bass- und Kontrabassflöte und schöpft ein riesiges Klangspektrum aus. Je nach Standort des Künstlers und akustischer Einspeisung in die Anlage kann der Flötenklang von hinten oder von einer anderen Seite kommen, sich im Raum drehen, im Kreis wandern.

So eröffnen sich neue Klangwelten für die Zuhörenden, verändern sich dynamisch und wachsen neu und anregend zusammen. Als Musiker, Komponist und Sounddesigner hat Stefan Keller seine ganz eigene Sprache gefunden. Dem mehrfach ausgezeichneten Künstler ist es gelungen, eine Verbindung zwischen Barock und Moderne zu schaffen, Tradition zu bewahren, aber auch Tradition weiter zu entwickeln.

Konzert: Samstag, 18. Januar 2014, 20.15 Uhr, Kapuzinerkirche, Areal St. Josef-Stiftung Bremgarten. www.flutetrends.ch