Die Bildung einer grossen Fraktion wird beidseits ausgeschlossen.

«Nein, eine Fraktionsgemeinschaft steht ausser Diskussion», sagen Thomas Geissmann von der Fraktion FDP/Anglikon und Sandra Lehmann von GLP/EVP unisono. Das Ziel der laufenden Gespräche sei, eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Fraktionen grundsätzlich zu prüfen und Erfahrungen zu sammeln, wie weit eine solche politisch sinnvoll sei.

Noch keine Nägel mit Köpfen

Geissmann wie Lehmann legen denn auch Wert darauf, dass die Nägel noch keineswegs eingeschlagen seien: «Eine solche Zusammenarbeit ist zwar ein Thema, aber sie muss vorerst von unserer Partei noch breit diskutiert und abgesegnet werden», hält der FDP-Fraktionschef fest. Dazu sei für Anfang Februar eine Parteiversammlung einberufen worden.

Bei den Grünliberalen hat man sich bereits abgesprochen: «Die GLP kann sich einen solchen Versuch vorstellen, sofern sich die FDP ebenfalls dafür ausspricht», erklärte Lehmann.

Weil noch nichts konkret ist, haben die Parteien offenbar vereinbart, ihre Pläne vorerst noch nicht öffentlich zu kommunizieren, sondern die Parteiversammlung der FDP abzuwarten. Entsprechend hält Thomas Geissmann denn auch fest, dass er auf die Fragen der az nicht die Parteimeinung wiedergibt, sondern seine persönliche Meinung. Den Grund für die engere Zusammenarbeit sieht er in den Positionen, in der sich die beiden Parteien FDP und GLP befinden: «Die SVP hat mit ihren 13 Mandaten im Einwohnerrat viel Gewicht. Mit der CVP und ihren 10 Sitzen steht ein zweiter grosser Block auf der anderen Seite. Diese beiden Blöcke hebeln sich oft gegenseitig aus und so kommen wir in Wohlen einfach nicht weiter«, sagt er.

Positionen gemeinsam vertreten

Der CVP, so die Erfahrung von Geissmann, falle es immer schwerer, bürgerlich-liberale Positionen zu vertreten. Das mache eine Zusammenarbeit nicht einfach. Allenfalls klappe das mit den Grünliberalen besser. Auch Sandra Lehmann sieht eine Chance, mit einer verstärkten Zusammenarbeit und klareren Positionierung, die oftmals starren Fronten zwischen links und rechts etwas aufzuweichen. «Es geht ja nicht nur um die politische Richtung. Ich erhoffe mir auch mehr Fachwissen und politische Erfahrung. Durch eine engere Zusammenarbeit lassen sich bestimmt entsprechende Synergien nutzen.»

Die Idee ist offenbar von den beiden Fraktionen GLP/EVP und FDP/Anglikon im Dezember diskutiert worden. Wenn die FDP hinter der Idee steht, sollen die Fraktionssitzungen ein halbes Jahr lang versuchsweise gemeinsam durchgeführt werden.