Wohlen

FC Wohlen: weitere Niederlage im Stadion, dafür Sieg im Casino

Im Stadion Wohler Fussballstadion Niedermatten wird bald ein Kunstrasen eingebaut.

Im Stadion Wohler Fussballstadion Niedermatten wird bald ein Kunstrasen eingebaut.

Der Challenge-Club verlor am Montag auch sein Spiel gegen Schlusslicht Schaffhausen. Der Wohler Einwohnerrat hat dennoch einem Kunstrasen für das Stadion Niedermatten deutlich zugestimmt.

Das Spiel im Stadion Niedermatten war am Montag um 21.35 Uhr zu Ende, der FC Wohlen ging gegen Schlusslicht Schaffhausen mit einem 0:1 als Verlierer vom Platz. Die politische Debatte im Casino war um diese Zeit noch im Gang, der Sieg für den Fussballclub aber bereits Gewissheit. Die Mehrheit der Fraktionen im Einwohnerrat sprach sich für einen Kunstrasen aus.

Auch im Casino wurde hart gekämpft. Vor allem von der SVP, die mit ihrer Ablehnung der Kreditvorlage über 1,16 Mio. Franken jedoch auf wenig Gegenliebe stiess. Nur Teile der FDP-Fraktion sowie die geschlossene Fraktion EVP/GLP boten ihr etwas Unterstützung. CVP, Grüne und SP votierten einhellig für den Kunstrasen. Vorab wurde ein Rückweisungsantrag der SVP abgelehnt. Die Partei hatte damit erreichen wollen, dass sich der FC Wohlen statt lediglich mit rund 40 000 Franken mit 100 000 Franken an dieser Investition hätte beteiligen sollen. Zum anderen wollte sie, dass der Gemeinderat wegen der vielen in Wohlen trainierenden Fussballer von auswärts mit den Nachbargemeinden über eine Kostenbeteiligung diskutiere. Der Antrag wurde wuchtig abgelehnt. Ebenso unterlag die SVP in der Schlussabstimmung mit ihrem Zusatzantrag, der Kunstrasen dürfe die Gemeinde Wohlen netto nicht mit mehr als 1 Mio. Franken belasten. 0:1 gegen den FC Wohlen hatte das Schlussresultat im Stadion Niedermatten gelautet, 22:13 bei 2 Enthaltungen für den FC Wohlen hiess es kurz nach 22 Uhr im Casino.

Fraktionserklärung im Fall Dubler

Zu Beginn der Einwohnerratssitzung verlas Einwohnerratspräsident Andrea Duschén eine gemeinsame Erklärung aller Fraktionen, zum Urteil des Bezirksgerichts Zurzach im Fall von Gemeindeammann Walter Dubler.

Man habe jetzt erstmals Gewissheit in der Angelegenheit, ein unabhängiges Gericht habe ein Urteil gesprochen. Obwohl dieses noch nicht in Rechtskraft erwachsen sei und weitergezogen werden könne, seien sich alle Fraktionen des Wohler Einwohnerrates einig. Das politische Schicksal von Walter Dubler werde als besiegelt erachtet.

Es gehe nun darum, dass die entstandene Vakanz möglichst bald behoben werde. Dafür gäbe es zwei Möglichkeiten: entweder Walter Dubler trete als Gemeindeammann selber zurück oder, der Regierungsrat leite die Amtsenthebung ein.

Walter Dubler, erklärte Andrea Duschén im Namen aller Einwohnerratsfraktionen abschliessend, hätte stets bekräftigt, wie sehr ihm das Wohl von Wohlen am Herzen liege. Ergo müsse er jetzt die Konsequenzen ziehen und mit einem Rücktritt der Amtsenthebung durch den Regierungsrat zuvorkommen.

Harte Kritik an Gemeinderat Vogt

Sauer aufgestossen ist der CVP und den Grünen, dass sich der für die Wohler Finanzen verantwortliche Gemeinderat Roland Vogt (SVP) im Grossen Rat gegen die Vorlage für den neuen Kantonalen Finanzausgleich gestellt hat. Ein solches Verhalten des des Wohler Finanzministers unwürdig: «Dieser Ausgleich bringt Wohlen 2,7 Mio. Franken Mehreinnahmen im Jahr. Dass aber ausgerechnet unser Finanzminister, Gemeinderat und Grossrat Roland Vogt seine Verantwortung nicht wahrgenommen hat und dem Finanzausgleich nicht zustimmte, wie auch Grossrat Jean-Pierre Gallati und Grossrätin Marlise Spörri, beide von Wohlen, das macht uns wütend. Es bleibt nachdenkliches Kopfschütteln und die Frage sei erlaubt: Muss ein Gemeinderat von Wohlen nicht in erster Linie dem Wohl seiner Gemeinde dienen und Schaden von seiner Gemeinde abwenden?», hielt CVP-Sprecher Meinrad Meyer fest. Anna Keller von den Grünen sagte: «Das Abstimmungsverhalten von Roland Vogt ist sehr seltsam. Da bleibt nur verständnisloses Kopfschütteln.»

Kopfschütteln gab es auch über die Reaktion der SVP auf den Bericht zur von ihr verlangten «Second Opinien» zum Schulraumbedarf. «Das ist kein Gefälligkeitsgutachten», hielt Anna Keller als Sprecherin der GPK fest: «Jean-Pierre Gallati von der SVP hat die Metron empfohlen und dort ist diese geforderte Zweitmeinung auch in Auftrag gegeben worden.» Es gelte jetzt, sich über den tatsächlichen Schulraumbedarf zu einigen und Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen. Das tat der Einwohnerrat dann auch und bestätigte, gegen den Widerstand der SVP, mit seiner Zustimmung zum «Second Opinien-Bericht» den schon vom Gemeinderat ausgewiesenen Schulraumbedarf.

Zum ersten Mal dabei war am Montag Martin Meyer (CVP). Er wurde zu Beginn der Sitzung vereidigt. Ihren Abschied gab Barbara Gsell (EVP) sie hat aus beruflichen Gründen den Rücktritt eingereicht.

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