Viel vorgenommen hatte man sich für das Auswärtsspiel im Paul-Grüninger-Stadion. Wieder kam wenig dabei heraus. 35 Minuten lang können die Freiämter ein 0:0 halten, dann schlägt zunächst das Pech zu. Nach einem Eckball für die Gastgeber kann der FCW den Ball nur für kurze Zeit aus dem Gefahrenbereich bringen. Ein langer Ball, ein verlorenes Kopfballduell, ein wenig Flipper im Strafraum, 1:0 für die Sankt Galler. Zu diesem Zeitpunkt bereits hochverdient. Samel Sabanovic ist der Nutzniesser dieses Defensiv-Kuddelmuddels.

So geht es in die Pause, aus der die Wohler früh zurück auf das Spielfeld kommen. Ein Zeichen dafür, dass man gleich zu Beginn der zweiten Hälfte Vollgas geben möchte? Klappt nur kurz, denn bereits drei Minuten später klingelt es schon wieder im Wohler Gehäuse. Nach einem Eckball des FCW klären die Gastgeber den Ball eigentlich nur aus der Gefahrenzone. Der gerade erst zur zweiten Halbzeit eingewechselte Miguel Ferreira könnte die Kugel eigentlich locker aufnehmen, oder zu einem Mitspieler köpfen. Stattdessen verlängert er den Ball völlig ohne Not zu SCB-Angreifer Raphael Huber, der alleine auf das Tor von Anthony Pinthus zulaufen und zum 2:0 einschieben kann. Die Partie war damit bereits frühzeitig gelaufen, denn Wohlen machte nie den Eindruck die Defensive der Brühler in irgendeiner Weise ins Wanken bringen zu können.

Die endgültige Entscheidung folgte in der 81. Spielminute. FCW-Goalie Pinthus erläuft den Ball ausserhalb des Strafraums und muss diesen eigentlich nur wegschlagen, behält ihn jedoch zu lange am Fuss und bemerkt den heraneilenden Lirim Shala nicht. Dieser stiehlt Pinthus den Ball vom Fuss und kann locker zum 3:0 einschieben.

Erster Treffer für Victor Pelae

Im Anschluss zieht sich der SC Brühl im Anblick des sicheren Sieges in die eigene Hälfte zurück. Ein Fehler! Denn nur zwei Minuten nach der vermeidlichen Entscheidung leisten sich die Hausherren selbst einen Fehler in der Hintermannschaft. Torhüter Lazraj kann eine Freistossflanke nicht richtig abwehren. Nutzniesser ist der eingewechselte Victor Pelae, der zu seinem ersten Saisontreffer im Trikot des FCW kommt.

Nun bekommt Wohlen plötzlich Oberwasser, zeigt den Fussball, den man eigentlich in den 85 Minuten zuvor erwartet hätte. Brühl kommt zu einer weiteren Torchance. Ein Freistoss landet an der Querstange. Anschliessend versucht Wohlen zu kontern, wird jedoch mithilfe eines Foulspiels ausgebremst. Den anschliessenden Freistoss schlägt Marko Muslin in den Strafraum, wo erneut Victor Pelae wartet, der den Anschlusstreffer erzielen kann.

Plötzlich drückt Wohlen auf den Ausgleich und Brühl beginnt unsicher zu werden und für die Gäste eröffnet sich ein wahres Feuerwerk an Torchancen. Der Höhepunkt: In der Nachspielzeit trifft Pelae nur die Latte und verpasst knapp seinen dritten Treffer.

Es bleibt beim 3:2 für die Gastgeber, die die drei Punkte verdient im PGS behalten. Wohlen zeigt erst in den letzten zehn Minuten die Leidenschaft, die man im Abstiegskampf benötigt. Die mentalen Probleme im Team bleiben und wirken sich auch auf das spielerische Niveau aus. Neun Spiele bleiben Wohlen, um den Abstieg zu verhindern. Anfangen sollte man tunlichst schon im nächsten Heimspiel am kommenden Samstag. Dann kommt das Schlusslicht aus La Chaux-de-Fonds in die Niedermatten.