Challenge League
FC Wohlen: Sesa und Bastida als Stars, der Rest frisst Gras

Sieben Transfers, zwei starke Torhüter und ein neuer Trainer – der FC Wohlen macht auf Blutauffrischung. Ist der «neue» FC Wohlen reif für den ersten Erfolg in der Meisterschaft gegen den Kantonsrivalen aus dem Westen?

Ruedi Kuhn
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Der Ex-Nationalspieler David Sesa ist neu Trainer beim FC Wohlen.

Der Ex-Nationalspieler David Sesa ist neu Trainer beim FC Wohlen.

Alexander Wagner

Beim FC Wohlen überlassen die Klubbosse nichts dem Zufall. Um sich für das Derby gegen den FC Aarau am Montag einzustimmen (Anpfiff: 19.45 Uhr, Niedermatten), spielte die Mannschaft von Promi-Trainer David Sesa am vergangenen Mittwoch einen letzten Test gegen den 1. Ligisten FC Muri. Nach dem 4:0-Sieg stellen sich folgende Fragen: Wie wäre es mit zwei Siegen gegen Kantonsrivalen innert sechs Tagen? Ist der «neue» FC Wohlen reif für den ersten Erfolg in der Meisterschaft gegen den Kantonsrivalen aus dem Westen?

Das 17-Mann-Kader unter der Lupe

Die Torhüter: Mit Giovanni Proietti und Flamur Tahiraj hat Trainer David Sesa nach eigener Aussage zwei Goalies Nummer eins. Es zeichnet sich ein heisses Duell ab. Wer gegen Aarau zum Einsatz kommen wird, ist offen. Proietti scheint momentan die Nase leicht vorn zu haben.

Die Verteidiger: Pascal Thrier, Captain Michael Winsauer, Alban Pnishi und Hemza Mihoubi bilden die solide Viererabwehrkette. Mit Selver Hodzic, Rückkehrer Giuseppe Rapisarda und dem talentierten Etienne Manca gibt es weitere Kandidaten für das defensive Bollwerk vom Freiämter Challenge-League-Klub. Je nach Gegner spielt Sesa auch mit einer Dreier- oder einer Fünferkette.

Die Mittelfeldspieler: Der technisch starke und antrittsschnelle Matteo Tosetti, Ballverteiler und Dauerläufer Sergio Bastida, Abräumer und Kämpfer Matteus Senkal und Techniker Thomas Weller sind wohl fürs Erste gesetzt. Im Hintergrund lauern Stefano Milani und Agron Mustafi. Eine klassische Nummer 10 fehlt zwar. Mit Bastida hat man neben Weller einen weiteren Spezialisten für ruhende Bälle.

Die Stürmer: Der brasilianische Goalgetter Gaspar ist die Nummer eins. Kämpfer Nenad Bijelic momentan die Nummer zwei, wird aber über eine Jokerrolle nicht hinauskommen. Die Suche nach einem schlagkräftigen Mann in der Offensive ist in vollem Gang. Ist es der Kroate Karlo Primorac? (ruku)

Im Gegensatz zu FCA-Trainer René Weiler lässt sich der frühere Napoli-Spieler Sesa bezüglich der Startaufstellung nicht in die Karten schauen. Sesa gilt zwar als Verfechter des 4-4-2-Systems, aber vielleicht überrascht er den Favoriten mit einer unerwarteten Taktik. Vielleicht, ja wahrscheinlich heisst das Zauberwort Defensive. Champagner-Fussball will er nach eigener Aussage nicht versprechen. Das kann er mit diesem kampfeslustigen Team auch nicht.

Primorac bald neben Gaspar?

Gegen Muri setzte der Nachfolger von Ryszard Komornicki in der ersten Halbzeit auf fünf Verteidiger, drei Mittelfeldspieler und zwei Stürmer, spielte also exakt so wie das ultradefensive Chiasso in der vergangenen Saison. Einziger Lichtblick war Testspieler und Stürmer Karlo Primorac. Der 28-jährige Kroate war ein ständiger Gefahrenherd, erzielte zwei Treffer und erhält in den nächsten Tagen womöglich einen Jahresvertrag. Mal schauen, ob Gaspar und Primorac für Wohlen bald gemeinsam auf Torejagd gehen.

Präsident Andy Wyder schätzt die Ausgangslage trotz der gezielten Transferpolitik mit Zuzügen wie Sergio Bastida, Matteus Senkal, Pascal Thrier und Hemza Mihoubi realistisch ein und sagt: «Der Umbruch mit sieben neuen Spielern war richtig. Wo die Mannschaft steht, wird man aber erst nach den schwierigen Aufgaben gegen Aarau, Wil, Winterthur und Bellinzona wissen. So oder so muss für uns der Ligaerhalt das Ziel sein.»

Fürs Erste will man übermorgen den Erzrivalen ärgern. Nach vier Meisterschaftsspielen gegen Aarau ohne Sieg lechzt vor allem Ehrenpräsident René Meier geradezu nach dem ersten Erfolgserlebnis. Schafft der FC Wohlen den grossen Coup kommt es zu einer Freinacht. Ohne Wenn und Aber.

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