Fussball 2. Liga

FC Niederwil geht mit Spitzenplatz in Winterpause: «Entschieden ist aber noch lange nichts»

Raphael Peterhans (roter Dress) zieht seit rund vier Jahren die Fäden im Niederwiler Mittelfeld. Ruedi Burkart

Raphael Peterhans (roter Dress) zieht seit rund vier Jahren die Fäden im Niederwiler Mittelfeld. Ruedi Burkart

Der FC Niederwil beendet 2.-Liga-Vorrunde als Aufsteiger in den Top 3 – der Klassenerhalt rückt in greifbare Nähe.

Mit einem souveränen 5:2-Auswärtssieg im Revierderby gegen Mellingen haben Niederwils Fussballer die erste 2.-Liga-Vorrunde ihrer 41-jährigen Vereinsgeschichte abgeschlossen. Nach 13 Partien totalisiert der Liganeuling sagenhafte 25 Zähler und liegt vor den Nachtragspartien der Konkurrenz vom kommenden Wochenende auf Rang zwei. Niederwils Übungsleiter Luigi Saporito, den sie alle nur «Gino» nennen, nimmt zwar Gratulationen gerne entgegen. Doch der 52-jährige Italiener hebt den Mahnfinger.

Er will nichts davon wissen, dass sein Team mit aktuell 18 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze die restlichen 13 Meisterschaftspartien locker und ohne Druck wird angehen können. Saporito: «Die Ausgangslage im kommenden Frühling ist sicher nicht schlecht. Entschieden ist aber noch lange nichts.» Will heissen, dass man keinesfalls bereits jetzt die 2.-Liga-Saison 2019/20 zu planen gedenke. Saporito: «Wir haben 25 Punkte auf dem Konto. Ich gehe davon aus, dass 32 Punkte zum Ligaerhalt reichen sollten.» Natürlich weiss auch der FCN-Coach, dass seine Mannschaft im Frühling kaum in den Abstiegskampf verwickelt werden wird. Offen aussprechen tut er dies selbstverständlich nicht.

Vier Präsidenten in 41 Jahren

Den erstmaligen Sprung in die höchste regionale Liga schafften die Niederwiler im vergangenen Frühling mit mehrheitlich eigenen Akteuren. «Ich konnte mit vielen Spielern schon als Trainer bei den C-Junioren arbeiten, die Kontinuität innerhalb der Mannschaft war schon immer unsere Stärke», erklärt Saporito, der seit über zwei Jahrzehnten im FC Niederwil arbeitet. Die Niederwiler nehmen für Spieler grundsätzlich kein Bargeld in die Hand. Im Gegenteil. «Bei uns gibt es nichts zu verdienen. Wie alle Mitglieder zahlen auch meine Spieler den Jahresbeitrag von 290 Franken», meinte Saporito kurz nach dem Aufstieg in einem Interview in dieser Zeitung. Auch in Zukunft wolle man die Konstanz wahren, so der Coach, dessen Vertrag bis im Sommer 2020 datiert ist.

Kontinuität wird beim FCN auch in der Vorstandsetage grossgeschrieben. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Der aktuelle Präsident, Ralf Meier, – er steht dem Verein seit 2010 vor – ist erst der vierte Vorstandsvorsitzende seit der Gründung des Klubs am 7. Juli 1977. Meiers Vorgänger, Paul Gratwohl, leitete den Klub volle 23 Jahre lang und gibt sein immenses Wissen auch heute noch als Infrastruktur-Chef weiter. Diese Kontinuität schafft eine Verwurzelung im Dorf. «Es ist wunderbar, wie unser Verein in der Bevölkerung wahrgenommen wird», freut sich Meier, «immer wieder werde ich auf unsere Fussballer angesprochen. Man ist stolz auf den FC Niederwil.»

Jetzt ruht der Ball

Mit Beginn der Winterzeit haben sich die regionalen Fussballer in die fünfmonatige Winterpause verabschiedet. Für den FC Niederwil kam der Unterbruch der Meisterschaft keine Woche zu früh. Nach einem fulminanten Start (9 Spiele/22 Punkte!) schwächelte das Team um den 30-jährigen Routinier Raphael Peterhans und verlor die drei Partien vor dem jüngsten Sieg in Mellingen. «Jetzt gibt’s erst mal zwei Wochen Pause. Das haben sich alle verdient», erklärt Saporito. Ob die Mannschaft im Winter in ein Trainingslager fliegt, ist noch offen. «Wenn genug Spieler Ferien nehmen können oder wollen, dann werden wir etwas machen», so Saporito. Auf dass der FCN auch im neuen Jahr wieder für positive Gespräche im Dorf sorgen wird.

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