Muri

Fast zu warm für warme Wintersachen

Impressionen vom Martinimarkt in Muri

Impressionen vom Martinimarkt in Muri

Mildes Herbstwetter lockt zahlreiche Leute an den traditionellen Martinimarkt

Das Wetter gestern war für die Besucherinnen und Besucher des Martinimarktes in Muri ideal, auch wenn die Sonne den Nebel nicht zu durchdringen vermochte. Für einzelne Marktanbieter waren die Temperaturen allerdings fast schon zu angenehm: «Für Handschuhe und Kappen ist es etwas zu warm», stellt Heidi Imhof fest.

Die professionelle Marktfahrerin bringt Produkte der Uezwiler R&C Collection von Richard und Christina Scheuermeier unter die Leute: Jacken und Hosen der Marke Everest sowie eine grosse Auswahl an handgestrickten Mützen, Handschuhen und anderen Accessoires aus Nepal – bei den gegenwärtigen milden Temperaturen bei den meisten nicht zuoberst auf der Wunschliste.

Christine Neumann aus Muri probiert am Stand von Heidi Imhof aus, ob ihren Kindern Lenny und Malin Handschuhe passen.

Christine Neumann aus Muri probiert am Stand von Heidi Imhof aus, ob ihren Kindern Lenny und Malin Handschuhe passen.

Es ist so eine Sache mit den Temperaturen am Markt: «Ist es zu kalt, wollen die Leute die Jacken nicht anprobieren, weil sie dafür aus ihrem warmen Mantel schlüpfen müssen», weiss Imhof. Sie lebt im Wallis und fährt in der ganzen Schweiz zu den Märkten.

Ist es zu warm, sinkt das Interesse an warmer Winterbekleidung wie Thermohosen oder Mützen. Nach Muri kommt die Marktfahrerin aber sehr gern: «Hier wird der Markt noch gut besucht, andernorts ist es mangels potenzieller Kundschaft schwieriger, auf einen anständigen Umsatz zu kommen.»

Alles, nur nicht nass

Überraschenderweise ebenfalls vom Wetter stark beeinflusst wird das Geschäft von Jeannette Fahler, die Murianer Spezialitäten wie Konfitüren, Kuchen, Zöpfe, Kartoffelsalat oder Gemüseburger am Markt verkauft. «Heute ist es ideal», freut sie sich, «nicht zu kalt und vor allem trocken.» Das Schlimmste sei, wenn es regnet: «Mit einem Regenschirm in der Hand kauft es sich schlecht ein», weiss sie.

Für sie bildet der Martinimarkt den Abschluss der Marktsaison. Leichter sei es für die Marktfahrer nicht geworden, sagt Fahler. Sie stellt das beispielsweise beim Gemüseverkauf fest: «Die Grossverteiler haben heute Früchte und Gemüse ebenfalls im Offenverkauf, das merken wir am Markt.» Aber sie bietet etwas an, was die Grossen nicht können: «Wir pflegen das Gespräch, den direkten Kundenkontakt.» Das ist es auch, was für Fahler die Marktfahrerei so reizvoll macht.

Fondue statt Gelati

An die Jahreszeit angepasst haben ihr Angebot Ursula und Andres Ulrich von der Gelateria beim Kloster in Muri. Hier gibt es jetzt keine Gelati, dafür Waffeln und Fondue, genauer «Freiämter Fondue», noch genauer die Hausmischung, das würzige Kloster-Fondue und das feurige Stiefeliryter-Fondue.

Ulrichs sind zum ersten Mal als Marktfahrer dabei und sehen ihren Stand auch als Plattform zur Werbung für ihr eigentliches Geschäft. «Es ist schon etwas speziell, hier an diesem Stand zu stehen», räumt Ursula Ulrich ein. Ihr Mann ist das eher gewohnt. «Es ist hier wie an einer Ausstellung.» Sein Fondue passt gut zum Herbst, wobei er betont, dass die Jahreszeit nicht so wichtig sei: «Die Qualität entscheidet.»

Der Martinimarkt wartete mit einem breit gefächerten Angebot auf. Für die Kinder standen attraktive Vergnügungsmöglichkeiten zur Verfügung. Gratis dazu gab es anregende Gespräche mit Bekannten und neue Kontakte.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1