Rekordstand seit 40 Jahren im Kanton: Am 1. Juni standen im Aargau knapp 6000 Wohnungen leer. Das sind rund 1000 mehr unbenutzte Wohnungen als vor einem Jahr. Auch im Freiamt ist die Zahl der freien Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Bezirk Bremgarten erhöhte sich der Leerwohnungsbestand von 495 auf 632. Der Bezirk Muri verzeichnet eine minime Zunahme von 208 auf aktuell 223 freie Wohnungen. Mit den 632 leeren Wohnungen nimmt Bremgarten hinter Baden, Aarau und Zofingen Platz 4 der aargauischen Bezirkstabelle ein. Rang 10 mit den 223 Leerwohnungen belegt Muri. Einzig der Bezirk Zurzach weist weniger freie Wohnungen auf als der Bezirk Muri, nämlich 218.

In der Leerwohnungs-Statistik sind sämtliche nicht belegte Wohneinheiten erfasst, also Mietwohnungen, Eigentumswohnungen sowie Einfamilienhäuser.

«Der Immobilienmarkt spielt»

Die vielen freien Wohnungen im Aargau deuten auf eine rege Hochbautätigkeit der letzten Jahre hin. Da stellt sich die Frage, ob in letzter Zeit nicht zu viel gebaut worden ist. Die meisten Fachleute winken ab. Sie verweisen auf den «nach wie vor gut funktionierenden Immobilienmarkt im Aargau» und die beachtliche kantonale Bevölkerungszunahme. Zudem seien vier von fünf leeren Wohnungen keine Neubauwohnungen. In der Tat handelt es sich gemäss Statistik 2015 bei den knapp 6000 freien Wohnungen nur um rund 1200 Wohnungen in neuen Gebäuden, die in den letzten zwei Jahren entstanden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Freiamt. Im Bezirk Muri wurden nur 59 der 223 Leerwohnungen neu erstellt. Im Bezirk Bremgarten sind 206 der 632 Leerwohnungen neu gebaut worden. Immobilienhändler gehen davon aus, dass ein schöner Teil dieser Neubauwohnungen in den nächsten Monaten vermietet oder verkauft werden können, falls die Miet- und Kaufpreise stimmen. Erfahrungsgemäss schwieriger sei es, kostspielige, luxuriöse Objekte und Wohneinheiten zu veräussern oder vermieten.

Drei Gemeinden ohne Leerwohnung

Nur drei Freiämter Gemeinden wiesen am Stichtag 1. Juni 2015 keine einzige leere Wohnung auf: die zwei Kleingemeinden Büttikon und Kallern sowie die mittelgrosse Gemeinde Oberlunkhofen. In sechs weiteren Gemeinden des Bezirks Bremgarten sind nur vereinzelte freie Wohnungen vorhanden. So in Eggenwil (1 Leerwohnung), Hägglingen (2) und Fischbach-Göslikon (3). Ebenfalls nur sehr wenige freie Wohnungen kann man in vier Gemeinden des Bezirks Muri mieten oder kaufen, nämlich in Besenbüren (2) sowie in Bettwil, Buttwil und Geltwil (je 1).

In grösseren Gemeinden stehen zumeist deutlich mehr Wohnungen leer als in Kleingemeinden. Im Bezirk Muri verfügt Waltenschwil über 61 freie Wohneinheiten, davon 39 in Neubauten. Merenschwand hat 30 unbenützte Wohnungen, davon bloss 3 in Neugebäuden. Einen recht bescheidenen Leerwohnungsbestand weisen der Bezirkshauptort Muri mit 23 und die stattliche Oberfreiämter Gemeinde Sins mit 16 auf.

Wohlen und Villmergen an Spitze

Wohlen und Villmergen haben die meisten unbenützten Wohnungen des Bezirks Bremgarten. In Wohlen sind 177 Wohnungen frei, 54 davon in neuen Gebäuden. In Villmergen kann man 151 Wohneinheiten mieten oder kaufen, wobei sich 79 in neu erstellten Häusern befinden. Hinter Wohlen und Villmergen folgen Bremgarten mit 52 freien Wohnungen, Zufikon mit 43, Rudolfstetten mit 31 und Arni mit 27.