Dottikon

Fasnachtsumzug: Das war alles andere als «pläm pläm»

Tausende säumten die Strassen am originellen und vielseitigen Fasnachtsumzug. Mit über dreissig Sujetwagen wurde dieser Philosophie nachgelebt. Das Publikum bekam somit nicht nur etwas zu hören, sondern auch viel zu sehen.

Kurz vor Umzugsbeginn hatte OK-Chef Roland Hochstrasser die Route mit dem Velo abgefahren: «Es sieht nicht so schlecht aus. In der Region Bahnhof hat es schon sehr viele Leute, aber beim Risi dürften es ein paar mehr sein.»

Auch Umzugsregisseur Roman Furter war skeptisch: «Um 11 Uhr hat es wettermässig nicht gut ausgesehen, allenfalls hat das potenzielle Zuschauer abgeschreckt.» Schnee von gestern: Der Umzug hatte bereits begonnen, als die Zuschauer noch von allen Seiten an die Bahnhofstrasse strömten. Es dürften letztlich Tausende gewesen sein und es ist anzunehmen, dass der verhaltene Optimismus von Hochstrasser und Furter am Ende doch in Begeisterung gemündet hat.

Laut und bunt: Der Fansachtsumzug 2015 in Dottikon

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Begeistert waren auch die Zuschauer, die den rund anderthalb Stunden dauernden Dottiker Fasnachtsumzug bei trockenem und nicht zu kaltem Wetter geniessen durften.

Seit je wird in Dottikon viel Wert auf Originalität und Vielseitigkeit gelegt. «Wir mögen Guggenmusik, aber wir wollen keine Marschmusikparade», hatte Roland Hochstrasser im Vorfeld erklärt.

Mit über dreissig meist bis ins Detail ausgearbeiteten Sujetwagen wurde dieser Philosophie nachgelebt. Das Publikum bekam somit nicht nur etwas zu hören, sondern auch viel zu sehen.

Udo Jürgens, Max und Moritz und die Skihelden

An Ideen hat es den Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern nicht gemangelt. Thema waren etwa längst vergangene, aber noch lange nicht vergessene Hoch-Zeiten der Musikgeschichte (Variété Sarmenstorf mit Udo Jürgens, die Wohler Kammerherren als Rockband), altbekannte Märchen (gleich zwei wunderschöne Wagen zum Thema Max und Moritz) oder die laufende, aus Schweizer Sicht erfolgreiche Skisaison mit echter Skipiste und richtigen Abfahrern.

Mohammed und andere religiöse Motive gab es nicht. Mit Ausnahme von ein paar Padres und Nonnen, die mit Velo Solex über die Umzugsroute kurvten. Auch das Lokalkolorit blieb weitgehend aussen vor. Ein Glanzlicht diesbezüglich setzte die Dottiker Turnerfamilie mit ihrer Kindergartenparodie.

«Pläm pläm» (geistig nicht ganz auf der Höhe) lautet das Dottiker Fasnachtsmotto. So gesehen lag die Dottiker Rüeblizunft mit dem gestrigen Fasnachtsumzug total daneben. Der war alles andere als «pläm pläm».

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