Die Strassenlaternen in der Marktgasse in Sarmenstorf blieben am Samstagabend ausgeschaltet. Als die Dunkelheit hereinbrach, leuchtete es trotzdem überall: Rote, blaue und grüne Lichtpunkte wie von tausend farbigen Glühwürmchen säumten den Strassenverlauf. Der erste Nachtumzug in Sarmenstorf lockte das fasnachtsverrückte Volk nach draussen, und weil die Bändel der Umzugsplaketten mit Lichtern versehen waren, ergänzten sie die Fasnachtswagen zu einem sehenswerten Gesamtkunstwerk. Das Motto der 60 Jahre alt gewordenen Fasnachtsgesellschaft Variété im Jubiläumsjahr: «Jez spennits». Der Nachtumzug, der Auftakt zu den Feierlichkeiten, ist eine Premiere und eigentlich einer Terminkollision zu verdanken: Damit es zu keinen Überschneidungen mit Veranstaltungen von anderen Fasnachtscliquen im Dorf und in der Region kam, haben die Variétéler ihren Umzug, der traditionell alle fünf Jahre stattfindet, kurzerhand auf den Samstagabend verlegt.
Nachtumzug Sarmenstorf

Nachtumzug Sarmenstorf

Gratulationen von allen Seiten
Und so nutzten 34 Cliquen und Guggen nicht nur die Gelegenheit, sich beim ersten Sarmenstorfer Nachtumzug zu präsentieren, sonder auch, um ihre Glückwünsche zu überbringen. So gaben etwa Heid-Heid aus Villmergen eine Torte am Speakerwagen ab, mit «ordentlich Schnaps», wie es sich für Fasnächtler gehört.
Zu sehen waren sehr originell gestaltete und beleuchtete Wagen, etwa die Camperfamily Kallern, die als Schneeeulen unterwegs waren. Die Fasnächtler aus einem Quartier der Freiämter Gemeinde verbringen offenbar nicht nur die Sommerferien zusammen, sondern haben sich auch für die kalte Jahreszeit eine Beschäftigung gesucht, wenn sie gerade nicht mit den Wohnmobilen unterwegs sind. Die Rüeblizunft Dottikon konnte sich bereits am letzten Sonntag am eigenen Umzug warmlaufen und erwies am Samstag Sarmenstorf die Ehre. Und natürlich haben auch viele Einheimische teilgenommen, besonders süss verkleidet haben sich die Kinder vom Sonnehüsli, die als Glühwürmchen unterwegs waren. Eher zum Fürchten: Feldegg, ebenfalls aus Sarmenstorf, mit dem Motto «House of Horrors». Auch die dorfeigenen Guggen durften nicht fehlen: Dank Heuröpfler-Gugge und Opus 5614 konnten die Zuschauer kräftig mitklatschen und sich so etwas aufwärmen. OK-Präsident Hausi Köchli war mit dem Gezeigten sichtlich zufrieden, vom Speakerwagen aus verkündete er: «Wer weiss, vielleicht war es nicht der letzte Nachtumzug in Sarmenstorf.»