Muri
Fasnacht Muri - Wind und Regen bescherten eine unerwartet kuschelige Schlüsselübergabe

Die Macht ist ab sofort in den Händen der drei Fasnachtsgesellschaften Adelburg, Neuenburg und Muri-Wien. Die Schlüsselübergabe wurde wegen des schlechten Wetters ins Zelt verlegt.

Roger Wetli (Text und Fotos)
Merken
Drucken
Teilen
Die drei Schlüssel der Macht werden abgegeben.

Die drei Schlüssel der Macht werden abgegeben.

Wind und Regen sorgten am Samstag für eine unerwartet kuschelige Schlüsselübergabe. Kurz bevor die beiden Gemeinderäte Milly Stöckli und Heinz Nater die drei Schlüssel der Macht abgeben konnten, zog sehr starker Wind gefolgt von dicken Regentropfen auf. Das extra gespannte Blachenzelt musste abgeräumt werden, die vorbereitete Bühne blieb leer. «Der Gemeinderat wünscht, die Zeremonie ins Zelt zu verlegen», verkündeten die Fasnachtsgesellschaften über die Lautsprecher.

Eine gute Wahl. Denn während sich draussen nur noch ein paar Unentwegte aufhielten, war das Zelt zum Bersten voll und der Schlüsselübergabe somit die Aufmerksamkeit gesichert. Die Tambouren kündeten den Startschuss an, worauf die Fahnenträger, die Schultheisse (also die Präsidenten der Fasnachtsgesellschaften) und die beiden Gemeinderäte das Zelt betraten.

Schultheisse müssen rätseln

Wer jetzt in die richtige Richtung schaute, merkte, woher die Bitte von Milly Stöckli kam, mal einen Moment leise zu sein. «Nach der Übergabe dürft ihr gerne wieder Rambazamba machen», lachte sie. Die diesjährige Aufgabe des Gemeinderats an die drei Schultheisse lehnte sich an das Murianer Fasnachts-Motto «Märliwält» an. «Wir haben euch Textauszüge aus verschiedenen Märchen mitgebracht», erklärte Stöckli die Aufgabe. «Ihr dürft nun jeweils erraten, um welches Märchen es sich handelt.»

Die Murianer Gemeinderäte übergeben den Schultheissen die Schlüssel.
7 Bilder
Bereits vor der Schlüsselübergabe wurde ein vielfältiges Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene geboten.
Die Tambouren kündeten den Startschuss an.
Schlüsselübergabe an die Schultheisse.
Die Schultheisse Simon Waltenspühl (Adelburg), René Neiger (Neuenburg) und Paul Rey (Muri-Wien) mit den Schlüsseln von Muri.
Die Macht liegt nun in den Händen der Schultheisse.
Die Erwachsenen hatten Spass am gebotenen Rahmenprogramm.

Die Murianer Gemeinderäte übergeben den Schultheissen die Schlüssel.

Aargauer Zeitung

Stöckli und Nater trugen jetzt die Auszüge vor. «Knusper, knusper Häuschen», hiess es da zum Beispiel und wurde natürlich prompt richtig erraten. Der Gemeinderat war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sodass er feierlich die drei Schlüssel an die Fasnachtsgesellschaften übergab. «Wir gehen jetzt in die Ferien und sehen uns für die Schlüsselabgabe am Dienstag, 9. Februar, um 15.15 Uhr wieder», schloss Stöckli und wünschte allen eine märchenhafte Fasnacht.

Vielfältiges Rahmenprogramm

Die Schlüsselübergabe auf dem Klosterhof Muri war in ein vielfältiges Rahmenprogramm eingebunden. Bereits über zwei Stunden vorher fiel der Startschuss für verschiedene Spiele, in der sich in zwei Kategorien Kinder und Erwachsene messen konnten. Die Kinder durften zum Beispiel möglichst rasch einen Apfel essen, der im Wasser lag. Oder – angelehnt an das Märchen «Das tapfere Schneiderlein» – mit einem Gürtel sieben Fliegen schlagen. Die Erwachsenen duellierten sich unter anderem im Tee-Beutel-Weitwurf, Bierhumpen-Stemmen oder im Tischlein-Deck-Dich-Ab. Bei Letzterem mussten sie ein Tischtuch so wegziehen, dass möglichst viel Geschirr auf dem Tisch liegen blieb. Für Abwechslung sorgten auch die fünf Guggenmusiken, die zwischen den Spielen auftraten.

Die Murianer Fasnacht ist eine alte Tradition. «Erstmals erwähnt wurde sie 1784», erklärten der Adelburger Schultheiss Simon Waltenspühl und der Muri-Wiener Marc Nater. «Die drei Fasnachtsgesellschaften gehen auf die alten eigenständigen Dörfer zurück, die sich vor 200 Jahren zu Muri zusammengeschlossen hatten.»