Es war noch im Dezember, als sich alle Mitglieder der Guggenmusik Sumpfer-Stilzli in Elm zum Probe-Weekend trafen. Für mich war dieses Wochenende besonders anstrengend. Nicht wegen der vielen Stunden, in denen wir jedes Stück akribisch übten, sondern weil ich kurze Zeit davor am Kreuzband operiert worden war und deshalb an Krücken durch die Hütte humpelte.

Allerdings hatte die Verletzung durchaus auch Vorteile: Mein Gepäck schleppten andere, das Instrument stand bei meiner Ankunft schon bereit, und Michelle brachte verdankenswerterweise einen Liegestuhl mit. So konnte ich im Liegen spielen und mein Bein schonen, quasi eine Kombination aus Strandferien und Fasnacht.

Auch wenn ich mir den einen oder anderen Kommentar anhören musste, besonders, wenn wir unsere Choreografie übten und alle um mich herum niederknieten und wieder aufsprangen. «Mach doch auch ein bisschen mit!» oder «warum hast du für uns nicht auch Liegestühle organisiert?», bekam ich öfters zu hören.

Weil meine Perspektive auf dem Liegestuhl zwangsläufig eine etwas andere war, fiel mein Blick auf die Füsse meiner Mitspielerinnen und Mitspieler. Gäbe es eine Modepolizei, hätte sie Strafzettel en masse verteilen können. Da gab es Socken, auf denen ganze Szenerien abgebildet waren, mit Wald, Blumen, und tanzenden Figuren. Finken in Form von Einhörnern, Homer Simpson und rosaroten Bären. Hausschuhe, die man sonst nur in Kindergärten findet. Den vertieften Vergleich zwischen einer Guggenmusik und einem Kindergarten werde ich an dieser Stelle unterlassen.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. In der Musikgesellschaft waren wir bei Auftritten jeweils einheitlich in Uniform gekleidet. Dank «Gwändli» sind zwar die Sumpfer-Stilzli auch als solche zu erkennen, aber jedes Mitglied durfte der Schneiderin seine Extrawünsche bekannt geben: hier ein farbiger Streifen, dort eine Tasche mit Reissverschluss.

Und genau wie es zum guten Ton zu gehören scheint, lustige Finken anzuziehen, gehören bei Auftritten verrückte Sonnenbrillen, Turnschuhe mit leuchtenden Sohlen und ähnliche Accessoires irgendwie dazu. Das mag etwas weniger seriös wirken als die Hemden, Krawatten und Gilets einer Musikgesellschaft. Einzeln betrachtet, sehen die meisten aus, als hätten sie «es bitzli en Schuss ab», wie man bei uns sagt. Umso mehr sieht man, wenn die Sumpfer-Stilzli gemeinsam auf der Bühne stehen: Dieser verrückte Haufen gehört zusammen.

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