Merenschwand
Farbe für Plastikdeckel kommt aus dem Freiamt

Die Granula AG feiert ihr 50-jähriges Bestehen und behauptet sich erfolgreich im internationalen Markt. Trotz dem starken Franken reagiert Inhaber Jürg Weibel «mit Flexibilität».

Eddy Schambron
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Jürg Weibel sorgt mit seiner Granula AG dafür, dass Kunststoffe farbig werden. ES

Jürg Weibel sorgt mit seiner Granula AG dafür, dass Kunststoffe farbig werden. ES

Wer den Verschluss einer Cola-Flasche aufschraubt, hat ein Kunststoffteil in der Hand, das von der Merenschwander Firma Granula AG eingefärbt wurde. Das international tätige Unternehmen mit seinen 20 Angestellten feiert sein 50-jähriges Bestehen.

Neben dem Werk in Merenschwand wird ein weiterer Produktionsstandort in Deutschland unterhalten. Damit sind im europäischen Raum etwa 50 Mitarbeitende für das Unternehmen tätig. Der harte Schweizer Franken drückt, stellt Inhaber Jürg Weibel fest. «Aber wir reagieren mit Flexibilität darauf.»

Flexibilität ist das Stichwort. Damit Kunststoff eingefärbt werden kann, braucht es sogenannte Farbmasterbatches. Diese stellt die Granula AG für Lebensmittelverpackungen wie Flaschenkappen, Behälter oder Spezialfolien her.

Aber auch in der Automobilindustrie sind die Granulate gefragt. Die Granula AG sieht sich als Partnerin für die Bereitstellung von Farb-, Additiv- und Kombibatches, die auf der Basis der spezifischen Bedürfnisse der Kundschaft ausgearbeitet werden. «Wir offerieren keine standardisierten Produkte und stimmen unsere Dienstleistungen auf die Kundenbedürfnisse ab», erläutert Weibel das Erfolgsrezept.

Auch in der Medizin

Ein aufstrebendes Gebiet sind Masterbatches für medizinische Anwendungsbereiche. «Wir sind einer der wenigen Hersteller von Masterbatches, die nach DIN/ISO 13485 zertifiziert sind“, betont Weibel. «Damit kennen wir die spezifischen Anforderungen der Medizintechnik an unsere Entwicklung und Produktion.» Auch verweist er stolz auf das elektronische System, das die vollständige Rückverfolgung aller Schritte der Produktion erlaubt.

Farbige Zukunftsaussichten

Die Zukunftsaussichten beurteilt Jürg Weibel als nach wie vor gut. «Die Kunststoffverarbeitung wächst jährlich um ein bis zwei Prozent, Kunststoff ist überall», stellt er fest. Vor allem auch in der Medizinaltechnik verspricht sich die Granula AG dank Schweizer Qualität weiteren Zuwachs. «Hier sind wir eines der führenden europäischen Unternehmen und damit gut gerüstet für die Zukunft.» Der Standort Merenschwand ist für ihn bestens: mitten in der Schweiz, nahe an der Autobahn und am Flugplatz Zürich-Kloten. Sorgen bereitet der Firma, wie allen exportorientierten Unternehmen, der harte Schweizer Franken. «Bis jetzt konnten wir diese Belastung mit flexiblen Arbeitszeiten und geringerem Gewinn tragen. Das wird aber auf die Dauer nicht möglich sein.»

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