Eggenwil
Familienergänzenden Kinderbetreuung: Gibt es eine Ganztagsbetreuung?

Im Juni 2016 hatte das Aargauer Stimmvolk das neue kantonale Gesetz zur familienergänzenden Kinderbetreuung angenommen, dass die Gemeinden verpflichtet, bedarfsgerechte Angebote sicherzustellen. Mit einem Fragebogen wurde in Eggenwil nun das Bedürfnis ermittelt.

Melanie Burgener
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Das Angebot Mittagstisch wird geschätzt und demnach weitergeführt. (Archiv)

Das Angebot Mittagstisch wird geschätzt und demnach weitergeführt. (Archiv)

AZ

Das traditionelle Familienmodell des Einverdiener-Haushaltes, hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert. Dadurch, dass in vielen Familien beide Elternteile tagsüber arbeiten, ist die Nachfrage nach einer familienergänzenden Kinderbetreuung gestiegen. So auch in der Gemeinde Eggenwil.

Auf Grund des im Juni 2016 vom Aargauer Stimmvolk angenommenen kantonalen Gesetz zur familienergänzenden Kinderbetreuung (Kinderbetreuungsgesetz) haben sich die Schulpflege, der Gemeinderat sowie die Schul- und Verwaltungsleitung mit den entsprechenden Fragen befasst. Das schreibt der Gemeinderat in seinen aktuellen Mitteilungen.

Das neue Gesetz, das am 1. August 2016 in Kraft getreten ist und auf Beginn des Schuljahres 2018/2019 umgesetzt wird, verpflichtet die Gemeinden, den Zugang zu einem bedarfsgerechten Angebot an familienergänzender Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen.

Diese Angebote sollen das Vereinbaren von Familie, Arbeit und Ausbildung erleichtern aber auch die gesellschaftliche und die sprachliche Integration und Chancengerechtigkeit der Kinder verbessern.

Repräsentative Umfrage

Dass bei den Eggenwiler Eltern tatsächlich der Bedarf nach verschiedenen Betreuungsangeboten vorhanden ist, hat eine Umfrage gezeigt. 74 Eltern und Erziehungsberechtigten von insgesamt 117 in Eggenwil wohnhaften Kindern bis zum zwölften Lebensjahr haben einen Fragebogen erhalten.

51 davon sind ausgefüllt wieder zurückgekommen – 49 von Ehepaaren und zwei von alleinerziehenden Müttern. Ein hoher Rücklauf, der die Umfrage insgesamt repräsentativ werden lässt.

15 der 33 Eltern mit Kindergarten- und Primarschulkindern haben in der Umfrage ihren Bedarf nach schulergänzender Betreuung geäussert. Sechs Eltern waren gegen eine Nutzung der Angebote in einem Nachbardorf.

Von insgesamt 30 Beantwortungen der Frage nach familienergänzenden Betreuung wurde 13 Mal eine Ganztagesbetreuung und sechs Mal eine Halbtagsbetreuung gewünscht. 18 von 30 Eltern hätten gerne eine Kindertagesstätte.

Aufgabenhilfe geht weiter

Der Umfrage konnte ebenfalls entnommen werden, dass das derzeitige Angebot Mittagstisch geschätzt wird. Deshalb wird dieses Angebot, die Randstundenbetreuung und die Aufgabenhilfe beibehalten.

Weiter klären Gemeinderat und Schulpflege die Möglichkeit einer Ganztagesbetreuung an zwei Wochentagen ab. Weitergehende schul- und familienergänzende Angebote sind wegen der zu geringen Nachfrage im Verhältnis zu den Kosten, nicht vorgesehen. Dafür werden Betreuungsgutschriften ausgegeben.

Die Kosten des freiwilligen Angebots werden von den Erziehungsberechtigten kostendeckend selber getragen. Die Wohngemeinde beteiligt sich, je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit der Eltern, im Rahmen des Elternbeitragsreglements. Dieses wird mit dem Kinderbetreuungsreglement am 15. Juni der Gemeindeversammlung vorgelegt.